Windows NT - Einführung und Konzepte
Kapitel 4: Installation von Windows NT
Überblick
Letzte Änderung: 15.6.98 von B. Tritsch
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Die Installation eines so komplexen Betriebssystems wie Windows NT sollte nie
unterschätzt werden, obwohl die Benutzerführung beim Installationsprozeß recht gut
gelungen ist. Dennoch gibt es einige Stellen, an denen man schwer zu revidierende Fehler
machen kann.
Als vorbereitende Maßnahmen für eine Installation lassen sich folgende Schritte
identifizieren:
- Ermittlung der Anforderungen (File Services, Print Services, Applikationen,
Kommunikation)
- Planung des Netzwerks (Verkabelung, Topologie, Backbone, räumliche Planung)
- Planung der Hardware (Festplatten, CPUs, Hauptspeicher, Bussystem, Netzwerkadapter,
Graphikkarten, I/O-Controller)
- Planung der Installation (lokale Installation, entfernte Installation, Standardisierung
der Installation, Back Office-Lösungen, Migration von anderen Betriebssystemen, Schulung
der Benutzer)
- Peripherie-Konzeption (Drucker, Scanner, Faxanbindung, Server-Infrastruktur, RAID)
Zielsetzung muß die hohe Verfügbarkeit, die Erweiterbarkeit und die einfache
Wartbarkeit bzw. Steuerbarkeit des Gesamtsystems sein.
Anmerkung: Eine saubere Installation einer NT-Workstation innerhalb einer
Domäne kann nur durch einen Domäne-Administrator durchgeführt werden, da der Domäne
Controller nur mit entsprechendem Passwort die Einbindung eines neuen Domäne-Mitglieds
zuläßt.
Die Intallationsprozedur läßt sich in eine Reihe von einzelnen Schritten unterteilen,
die jedesmal durchlaufen werden müssen.
- Aufruf des Setup-Programms (WINNT.EXE oder WINNT32.EXE) auf einer Diskette, einer CD
oder auf dem Netzwerk.
- Kopie der temporären Dateien auf eine lokale Festplatte
- Neustart des Rechners nach Bestätigung
- Durchführung der ersten Hardwareerkennung
- Wahl zwischen Benutzerdefiniertes Setup" oder Express-Setup"
- Wahl der vorhandenen bzw. erkannten Massenspeichergeräte
- Bestätigung und Modifikation genereller HW- und SW-Einstellungen (Maus, Tastatur,
Graphik, usw.)
- Angabe, ob es sich um eine Aktualisierung oder Neuinstallation handelt
- Wahl der zu verwendenden Festplatten-Partition (nur bei einer Neuinstallation
erforderlich)
- Wahl des zu verwendenden Dateisystems (nur bei einer Neuinstallation erforderlich)
- Überprüfung des Datenträgers auf fehlerhafte Daten
- Kopie der Systemdateien
- Neustart (ab jetzt wird der Installtionsprozeß über das Windows-GUI
gesteuert)
- Wahl des neuen Windows-NT-Programverzeichnisses (nur bei einer Neuinstallation
erforderlich)
- Angabe des Benutzernamens und der Unternehmensbezeichnung
- Wahl der zu installierenden Komponenten (Das Express-Setup verwendet alle Optionen)
- Angabe der Produkt-ID-Informationen
- Wahl der Server-Rolle (Domain Controller oder Server)
- Wahl des Lizenzmodus (erst ab NT 3.51 Server)
- Eingabe des Computernamen
- Wahl der einzurichtenden Komponenten (Netzwerk, Drucker, Anwendungen)
- Wahl der Landessprache
- Konfiguration des Druckers
- Wahl der Netzwerkkarte
- Kopie weiterer Setup-Dateien
- Konfiguration der Netzwerkkarte
- Wahl der Netzwerkprotokolle
- Konfiguration der Netzwerkeinstellungen
- Weitere Einstellungen für das Netzwerk (z.B. Internet Information Server)
- Start der Netzwerkfunktionalität
- Einrichtung des Servers (je nach Rolle)
- Einrichtung des Administrator-Accounts und des Paßworts auf dem lokalen Computer
- Einrichtung des virtuellen Speichers bzw. der Auslagerungsdatei (nur bei
benutzerdefineritem Setup notwendig, günstige Größe: 1,5 - 2,5 x RAM-Ausbau)
- Einrichtung der vorhandenen Applikationen
- Angabe der Zeitparameter
- Konfiguration der Bildschirmanzeige
- Speichern der Konfiguration
- Erstellen der Notfalldiskette
- Entfernen der temporären Dateien
- Installationsabschluß und Neustart
Die Installationsprozedur für Windows NT ist recht flexibel und kann auf mehrere Arten
gestartet werden:
- CD-ROM
- Disketten (NT-Boot-Disketten)
- Netzlaufwerk
- lokale Festplatte
Windows NT verfügt über drei Installationprogramme, die an die Ausgangs-Infrastruktur
gekoppelt sind:
- WINNT: Neuinstallation unter DOS (Hilfe mit WINNT /?, Floppy-lose Installation
mit WINNT /b)
- WINNT32: Aktualisierung unter Windows NT (Hilfe mit WINNT32 /?, Floppy-lose
Installation mit WINNT32 /b)
- SETUPDLR: Neuinstallation auf RISC-Maschinen
Die Syntax des Befehls winnt sieht folgendermaßen aus:
winnt [/s:Quellverzeichnis] [/i:INF-Datei] [/t:Laufwerksbuchstabe] [/x]
[/b] [/o[x]] [/u[:Antwortdatei]] [/udf:id, [UDF-Name]]
Der Aufruf von winnt32 unterscheidet sich nur hinsichtlich des Befehls
selbst:
winnt32 [/s:Quellverzeichnis] [/i:INF-Datei] [/t:Laufwerksbuchstabe] [/x]
[/b] [/o[x]] [/u[:Antwortdatei]] [/udf:id, [UDF-Name]]
Die Schalter und Parameter dieser Befehle sind die folgenden:
- /s:Quellverzeichnis - Ort des Verteilungspunkts (Servername,
Laufwerksbuchstabe), in dem die Installationsdateien von Windows NT liegen
- /i:INF-Datei - Dateiname (ohne Suchweg) der Informationsdatei für das Setup
(Standard: DOSNET.INF)
- /t:Laufwerksbuchstabe - Explizite Angabe des Platzes für die temporären
Dateien beim Setup
- /x - Hält Setup davon ab, Startdisketten anzulegen
- /b - Weist Setup an, die Startdateien nicht auf Disketten, sondern auf die
Festplatte zu kopieren
- /o - Weist Setup an, nur Startdisketten anzulegen und danach abzubrechen
- /ox - Weist Setup an, Startdisketten für eine Installation von CD oder einem
Diskettensatz anzulegen
- /u - Weist Setup an, eine "unattended" Update-Installation
vorzunehmen. Hierbei werden sämtliche bestehenden Einstellungen übernommen (nur winnt32)
- /u:Antwortdatei - Name und Speicherort einer Antwortdatei, deren Daten Setup
verwenden soll
- /udf:id [,UDF-Name] - id steht für einen Bezeichner, durch den Setup bestimmt,
welche Abschnitte zur Konfiguration nicht aus der Antwortdatei, sondern aus dem Uniqueness
Database File (UDF) gelesen werden soll
Wenn winnt zur Installation von Windows NT verwendet wird und die
Start-Partition von FAT nach NTFS konvertiert werden soll, dann wird ein weiterer
Installationsschritt benötigt. Er ist beihnahe identisch zum Aufruf des Befehls
"convert /fs:NTFS". Jedoch werden bei einer nachträglichen Konvertierung des
Dateisystems möglicherweise Sicherheitsinformationen nicht in gewünschter Weise
angepaßt.
Eine Antwortdatei läßt sich am besten mit dem Setup-Manager von Windows NT
einrichten. Dieser steht auf der NT-Installations-CD unter
Support\DepTools\<Plattformname>\Setupmgr.exe. Die Dialoge des Setup-Managers decken
nicht nur die grundlegenden Konfigurationseinstellungen ab, sondern auch zusätzliche
Möglichkeiten.
Die Individualisierung von Installationen läßt sich dann über UDFs erreichen. Ein
beispielhafter Aufruf eines automatischen Setup sieht als folgendermaßen aus:
winnt /u:unattend.txt /UDF:demopc, config.udf
Die Konfiguration der Netzwerkanbindung bereitet typischerweise die größten
Schwierigkeiten. Hier ist sehr wichtig, genaue Kenntnisse über die Netzwerkinfrastruktur
und den verwendeten Netzwerkadapter zu haben. Im folgenden ist der zentrale Dialog für
die Netzwerkkonfiguration unter Windows NT 4.0 zu sehen (Start - Einstellungen -
Systemsteuerung - Netzwerk):

Abbildung 4.1: Konfiguration der Netzwerkfunktionalität unter Windows NT 4.0
Die Anbindung von Windows 95 oder WfW 3.11 als Clients entweder an einzelne NT-Computer
oder gar an eine NT-Domäne ist problemlos möglich. Einzig bezüglich der
Sicherheitsaspekte müssen dann gegebenenfalls Einschränkungen gemacht werden.
Die möglichen Standardprotokolle NetBEUI, NWLink, TCP/IP und AppleTalk zur
Netzwerkanbindung können parallel verwendet werden (Multi-Protokoll-Stack):

Abbildung 4.2: TCP/IP-Konfiguration unter Windows NT 4.0
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