Windows NT - Einführung und Konzepte

Kapitel 12: Vergleich UNIX - Windows NT

Überblick

Letzte Änderung: 15.6.98 von B. Tritsch

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Die Unterschiede zwischen UNIX auf der einen und Windows NT auf der anderen Seite sind nicht nur bezüglich der Benutzerschnittstelle sehr groß. Auch eine Reihe von Funktionalitäten auf tieferen Ebenen der Betriebssysteme basieren auf unterschiedlichen konzeptionellen Ansätzen. Dennoch stellen viele Unternehmensumgebungen den Anspruch an eine Integration von UNIX und Windows NT.

Unterschiede

Im folgenden werden eine Reihe von Unterschieden zwischen UNIX und Windows NT aufgezeigt. Hierbei sind unter dem Begriff UNIX die verschiedenen Betriebssysteme (sowohl BSD UNIX als auch AT&T System V) der verbreitetsten Workstationplattformen zusammengefaßt. Im einzelnen sind dies die folgenden UNIX-Derivate:

Wenn nicht anders vermerkt, treffen die Unterschiede zwischen den obengenannten UNIX-Derivaten und der Windows NT Version 4.0 zu.

  UNIX Windows NT
Größe der Festplatten-Partitionen In der Regel nicht veränderbar Mit Zusatzwerkzeugen dynamisch anpaßbar
Filesystem Berkeley, High Sierra; kein Logging, keine Kompression; keine Dateifragmentierung FAT, HPFS, NTFS; NTFS mit Logging- und Kompressionsmöglichkeiten, aber ungünstigen Dateifragmentierungseigenschaften
Verteilte Dateisysteme NFS mit bekannten Vor- und Nachteilen
Novell NDS für UNIX verfügbar!
Keine Directory-Services für Netz-Ressourcen
Novell NDS für NT verfügbar!
Symbolic Links Unter UNIX funktioniert das! Unter Windows NT funktioniert das bisher nicht, aber es gibt dafür die UNC-Namenskonvention (\\ntsrv\link)
Mount-Mechanismus Gehört bei UNIX zum Standard (inkl. Automounter) Kein entsprechendes Konzept (außer UNC)
Name- und Network-Service NIS, NIS+, DNS, … Domain-Konzept, DNS, WINS, HOST, LMHOST
Disk Quotas Im Betriebssystem integriert Nur mit Zusatzwerkzeugen möglich
Sicherheitspolitik des Dateisystems Administrator-basierte File-Security User-basierte File-Security (Vier-Augen-Prinzip)
Verschlüsselung relevanter Daten (z.B. Passworte) Nicht im Standard gewährleistet (außer bei NIS+) Nur verschlüsselte Übertragung sensibler Daten
Login-Authentifikation Kryptisierung beim Server, PWs im Klartext Kryptisierung beim Client
Konzept zur Identifizierung „benachbarter" Rechner Internet-Konzepte (Network Information System - NIS oder die „Yellow Pages") Hierarchisches Browser-Konzept (hierfür muß es Master Browser im Netz geben, die zu viele Netz-Broadcasts vermeiden)
Anzahl der gleichzeitig unterstützten Netzprotokolle Bei UNIX standardmäßig nur ein Netzwerkprotokoll
ISDN, ATM, FDDI: Unterstützung von UNIX
Bei Windows NT mehrere Netzwerkprotokolle parallel (TCP/IP, NetBEUI, IPX/SPX, AppleTalk; alle Windows-Plattformen basieren auf einem Multi-Protokoll-Stack für Netzwerkprotokolle)
Problematik: DHCP, WINS, DNS im Multiprotokoll-Umfeld
ISDN, ATM, FDDI: Unterstützung von WinNT
Vergabe von Rechner-Alias-Namen Mehrere Alias-Namen möglich Keine Alias-Namen ohne DNS (Problem: NetBEUI unterstützt keine entsprechende Funktionalität, viele Dienste unter NT basieren jedoch auf NetBEUI)
Multiuser-Betrieb auf einer Plattform Als Standard im Betriebssystem enthalten Nur über Zusatzmodule oder -mechanismen möglich (ftp, telnet, rsh; die Problematik besteht hierbei in der NT-Sicherheitspolitik).
Alternative: NCD WinCenter Pro
Remote Administration Über rlogin oder telnet (Kommandozeilen-basiert) Über Desktop-Werkzeuge: Datei-Manager, Explorer, User-Manager, Server-Manager, Event Viewer, Print-Manager, WINS-Manager, DHCP-Manager, …; aber auch über die Kommandozeile!
Weitere Werkzeuge: Resource Toolkit, SMS, HP OpenView
Konfiguration ASCII-Dateien (außer bei AIX) Registry-Datenbank im Binärformat statt INI-Dateien
Betriebssystems-Installation Teilweise mit vielen CDs, DATs oder DLTs; zumeist menügesteuert 1 CD, 3 Disketten (optional), 1 Emergency Repair Disk (optional), Patches (= Service Packs)
Applikations-Installation Immer zentral über das Netz möglich Durch Verteilung auf Komponenten und die Registry-Datenbank z.T. nur dezentral möglich (außer mit SMS)
Änderungen am Betriebssystem im laufenden Betrieb z.T. möglich ohne Reboot durch dynamisch ladbare Module (Solaris 2.x) Installation neuer Treiber erfordert Reboot. Dies wird sich mit PnP in Zukunft ändern
Clusterung und Multiprozessor-Unterstützung Clusterung und massive Multiprozessor-Unterstützung Clusterung (Wolfpack oder DEC NT-Cluster) sowie symmetrische Multiprozessor-Unterstützung (bis 16 CPUs)
Kommando-Shells csh, ksh, bash, ... "DOS"-Shell, PERL-Interpreter
Graphische Benutzerschnittstelle X11, OSF/Motif, Common Desktop Environment Windows GUI (WfW- oder Win95-Look&Feel)
Objektkommunikation CORBA DDE, OLE, COM, DCOM, ActiveX

Integration von UNIX und Windows NT

Im folgenden werden eine Reihe von Ansätzen aufgezeigt, UNIX und Windows NT in einer Firmen-, Behörden- oder Institutsumgebung zu integrieren.

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