WinCenter Pro: Konzepte und Administration

Kapitel 8: WinCenter Pro mit verschiedenen Clients

Letzte Änderung: 15.4.98 von B. Tritsch

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Verwendung des BOOTP- und des TFTP-Protokolls

Das BOOTP-Protokoll wird verwendet, um plattenlose Clients von einem Server aus "booten" zu können. Hierbei wird über einen Standard-Port die Boot-Sequenz von einem entsprechenden Server auf den Client geladen und dort ausgeführt.

WinCenter Pro beinhaltet einen BOOTP-Service zur initialen Verbindungsaufnahme zu verschiedenen Clients. Dieser wird automatisch zu Boot-Zeit des WinCenter-Servers gestartet, wenn er entsprechend mit WinCenter Connect installiert wurde. Falls Laufzeitfehler der Clients auftreten, werden diese in den Applikations-Log des WinCenter-Servers geschrieben.

Die Konfiguration verschiedener zugehöriger Werte, der IP-Adressen und der Ethernet-Adressen geschieht durch die WinCenter-Administrations-Programmgruppe -> "Bootp Configuration".

 

Die Option "File - Import" importiert nicht die UNIX-Standarddatei "bootptab", sondern erwartet ein spezielles Dateiformat:

Für jeden Host-Eintrag müssen die spezifischen "Tags" eingetragen werden. Dies geschieht mit folgendem Ablauf:

Typischerweise ist die minimale Anzahl von benötigten Tags die folgende:

Das Trivial File Transfer Protocol (TFTP) ist ein Dateitransfer-Protokoll für Minimalanforderungen und ist in der Lage ein vollständiges Betriebssystem zur Bootzeit auf einen Client zu übertragen. Wie FTP unterstützt auch TFTP einen Text- und einen Binärübertragungsmodus. Hauptmerkmal gegenüber FTP ist aber die Verwendung eines verbindungslosen Transport-Protokolls, hier also UDP.

Für die Gestaltung des Protokolls hat das mehrere Konsequenzen: Zunächst muß TFTP selbst die Sicherung der Übertragung durch Algorithmen wie Zeitüberwachung und Paket-Wiederholung vornehmen. Außerdem wird kein "Einloggen" auf dem Server-Rechner durchgeführt. Der TFTP-Server ersetzt die fehlende Autorisierung durch restriktive Zugriffsbeschränkungen. In welcher Weise sich ein System gegen unberechtigte Zugriffe über TFTP schützt, ist allerdings in der Protokollspezifikation nicht festgelegt und deshalb implementierungsabhängig.

Die Vorteile von TFTP liegen nicht unbedingt im regelmäßigen Dateitransfer zwischen Systemen. Vielmehr liegt das Hauptanwendungsgebiet dieses Protokolls heutzutage vor allem im Laden von Server-Programmen sowie zum Starten von plattenlosen Rechnern. Im letzten Fall wird TFTP für den Transfer des Systemprogramms in den Hauptspeicher verwendet. Grund dafür sind die geringen Voraussetzungen für den Betrieb von TFTP, außer dem Protokoll selbst benötigt man lediglich Basisfunktionen von IP, das sehr einfache UDP-Protokoll sowie einen Treiber für den Zugang zum Netzwerk. Ein solcher minimaler Protokoll-Stack ist mit geringem Aufwand zu implementieren. Das Resultat hat in wenigen Kilobytes Speicherplatz, z.B. in einem EPROM.

WinCenter Pro für UNIX

Die verbreitetste Methode zur Anbindung eines WinCenter-Servers ist über das X11-Protokoll. Alle gängigen UNIX-Workstations sind in der Lage X11-Sequenzen zu verarbeiten und zu interpretieren. Hierzu muß ein sogenannter X11-Server-Prozeß auf der Client-Plattform laufen.

 

Das Workstation-Plus-Paket (WS+) wurde entwickelt, um die Möglichkeiten von WinCenter Pro zu erweitern. Dies gilt insbesondere in Kombination mit UNIX-Workstions, wofür WS+ folgende zusätzliche Optionen bietet:

 

WinCenter Pro im PC-Umfeld

Um einen Client, der keinen X-Server beinhaltet, an einen WinCenter-Server anzubinden gibt es grundsätzlich zwei Methoden: RAS oder ICA.

Remote Access Service (RAS) erlaubt den Zugriff auf netzbasierte Ressourcen über eine serielle Leitung.

 

Ein WinFrame-Client über ICA stellt eine netzbasierte Session bereit als wäre der entfernte Benutzer interaktiv angemeldet. Für den Benutzer ist dies, als ob er direkt an der Konsole arbeitet.

 

ICA-Pakete bestehen aus einem Kommando und optional darauffolgende Daten. Die Daten können zudem komprimiert oder auch verschlüsselt (DES, RSA) werden. Das ICA-Protokoll ist hoch optimiert für den Einsatz unter WinCenter Pro auf relativ langsamen Netzwerkverbindungen.

 

Für die Installation der Client-PCs müssen folgende Aktionen durchgeführt werden:

 

Explora und WinCenter Pro

Die NCD-spezifische Anbindung zwischen WinCenter Pro-Servern und NCD-Terminals (= Explora/ExploraPro NCs) wird in der folgenden Abbildung gezeigt. Die verwendeten Protokolle sind hierbei:

 

Die neuere NC-Hardware sind die Explora-Modelle 400, 450 und 700.

Für die existierenden 4xx NCs wird es 1998 eine Software-Lösung für die Unterstützung von 16-Bit Farbtiefe geben. Weiterhin kann über ein Flash Boot-PROM das Betriebssystem auf eine neue Version gebracht werden.

 

Floppy- und Druckeranbindung von NCs

Bei der Anbindung von lokalen Floppy-Laufwerken und Druckern eröffnet einige Fragen, die mit Hilfe der folgenden Grafiken beantwortet werden sollen.

Was geschieht mit WinCenter-Daten, die für ein NC-Floppy-Laufwerk bestimmt sind?

 

Was geschieht beim Drucken auf einen NC-basierten Drucker?

 

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