WinCenter Pro: Konzepte und Administration

Kapitel 7: NFS-Client InterdriveNT

Letzte Änderung: 20.11.97 von B. Tritsch

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Das Network File System

Das Network File System wurde von der Firma Sun Microsystems, Inc. entwickelt und auf den Markt gebracht. Sun hat sich der Philosophie der verteilten und offenen Systeme verschrieben. Daher wurde NFS von Anfang an so konzipiert, daß es die Kopplung von Rechnern verschiedener Hersteller mit den unterschiedlichsten darauf ablaufenden Betriebssystemen erlaubt.

Die Spezifikation der NFS-Protokolle wurde von Sun veröffentlicht, eine Referenzimplementation für UNIX ist allen interessierten Parteien für einen günstigen Preis zugänglich. Die meisten Hersteller von UNIX- und PC-Systemen haben haben diese Referenzimplementation oder eine Variante davon auf ihre Rechner portiert und führen dafür Lizenzgebühren an Sun ab. Damit wurde NFS (zumindest für die UNIX-Welt) zum de-facto Standard für den verteilten Dateizugriff.

Das NFS gestattet es, Dateisysteme zwischen den einzelnen UNIX-Derivaten und zu Fremdsystemen verfügbar zu machen. Dies zeigt sich in einem freien Zugriff des einen Systems auf die lokalen Verzeichnisse und Dateien eines anderen. Technisch wird dies durch die Verankerung eines NFS-Servers (Nfsd-Daemon) im UNIX-Betriebssystem erreicht. Für die Anbindung von PCs muß jedoch noch ein zusätzlicher Daemon (Pcnfsd) etabliert werden, um die Autentifikation und Kommunikation zwischen den doch sehr unterschiedlichen Systemen zu gewährleisten.

NFS-Clients können nun exportierte Verzeichnisse von NFS-Servern an ihr eigenes Dateisystem anbinden. Diese Aktion nennt sich "Mount"-Prozeß. Ein Mountd-Daemon beantwortet dabei die Anfragen der Clients, während der Nfsd-Daemon die Zugriffe auf die Dateien abwickelt. Damit die Clients jedoch den Mountd-Daemon kontaktieren können, muß auch ein sogenannte Portmapper zum Registrieren der verwendeten Port-Adressen installiert sein.

UNIX erlaubt neben statischen Mounts, die typischerweise zur Startzeit eines Systems oder zur Laufzeit vom Benutzer explizit durchgeführt werden, auch das Konzept von dynamischen Mounts (Automount). Hierbei wird bei Bedarf ein NFS-Verzeichnis an das Client-Dateisystem angebunden und nach einer Zeitspanne, in der keine Zugriffe auf die "gemounteten" Dateien erfolgten, wieder getrennt. Im Alltag wird dabei oftmals in einer Shell mit Hilfe des Cd-Kommandos auf eine bekanntes NFS-Verzeichnis gewechselt, was in einem vorher ausgeführten Dir-Kommando nicht zu sehen war. Durch das Wechseln in das NFS-Verzeichnis bindet der Automounter dieses automatisch in das lokale Dateisystem ein. Diese Funktionalität läßt sich jedoch momentan nicht ohne weiteres auf Fremdsysteme wie Windows NT übertragen.

Installation des NFS-Clients

Die Installation des NFS-Clients geschieht aus der "Main"-Gruppe heraus. Dort wählt man "Control Panel" - "Network" - "Add Software..." - "Other" - "a:\" - "InterdriveNFS...".

Für die Authorisierung der Benutzer muß auf mindestens einer UNIX-Maschine der pcnfsd-Daemon gestartet sein. Zudem sollte der lockd-Daemon auf der Zielmaschine laufen.

In den NT-Services ist nach der Installation ein neuer NFS-Service zu finden. Über das "Network"-Icon im Control Panel läßt sich dieser konfigurieren.

 

Dieser Teil der Installation stellt folgende Funktionalitäten bereit:

Die Authentifizierung findet typischerweise bei einem UNIX-Host und dem dort installierten PCNFSD-Daemon statt.

Das Time-Out-Verhalten von InterDrive NT wartet eine einstellbare Zeit auf eine Antwort des NFS-Servers. Die Standardeinstellung ist hierbei 15 Sekunden. Danach wird im Falle eines zu langsamen Datentransfers oder einer zögerlichen Authentifikation ein Fehler angezeigt. Die Time-Out-Zeit kann bei einer großen Anzahl von Routern oder einer ungünstigen Host-Namen-Auflösung erhöht werden.

Die Tuning-Optionen von InterDrive NT beinhalten folgende Faktoren:

Die Einstellung des "Lookup Cachings" macht den Zugriff auf Datei-IDs schneller. Es sollte deaktiviert werden, wenn mehrere Benutzer auf die selbe Datei zugreifen und es soll immer die aktuellste Kopie der Datei verfügbar sein.

Die weitere Konfiguration des NFS-Clients wird auch aus dem Datei-Manager durchgeführt.

Konfiguration von InterdriveNT zur Laufzeit

Der Zugriff auf ein NFS-Laufwerk erfolgt wie beim Zugriff auf ein UNC-Laufwerk über den Datei-Manager.

 

Die Konfiguration der zugreifbaren NFS-Servern wird durch den Klick auf den "Search..."-Schalter aktiviert.

 

Die Einstellung der Name Spaces hat hierbei folgende Bedeutung:

Die angezeigten Dateinamen werden in der Standardeinstellung automatisch auch auf Namen nach den DOS-Konventionen abgebildet. Die beinhaltet die Verwendung des Tilde-Zeichens (~) unter folgenden Voraussetzungen:

InterDrive NT beschränkt die Länge eines Pfadnamens auf 80 Zeichen. Datei- und Verzeichnisnamen, die nicht den DOS-Konventionen entsprechen, werden geeignet aufbereitet.

Beim Zugriff vom Datei-Manager auf UNIX-Hosts muß die UNC-Namenskonvention genutzt werden: \\unixhost\/usr/seminar

Beim Zugriff vom Datei-Manager auf andere PC-Ressourcen gilt der folgende Stil: \\pchost\c:\users\test

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