WinCenter Pro: Konzepte und Administration

Kapitel 3: Citrix WinFrame und ICA

Letzte Änderung: 15.4.98 von B. Tritsch

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Citrix WinFrame

Citrix WinFrame basiert auf dem Betriebssystem Microsoft Windows NT Server. Es enhält Erweiterungen, die eine vollständige "Remote Computing Platform" einschließlich verteilter Windows-Unterstützung und Multi-User-Funktionalitäten zur Verfügung stellen.

Die meisten Funktionalitäten von Windows NT als Basis sind von den WinFrame-Erweiterungen nicht betroffen. Nur die spezifischen Multi-User-Aspekte benötigen eigene Systemerweiterungen von Windows NT und zugehörige Administrations-Werkzeuge. Diese werden an geeigneter Stelle dieser Unterlagen ausführlich beschrieben.

Die Erweiterungen des Windows NT Kernels lassen sich in einer einfachen Übersicht der NT-Architektur leicht aufzeigen.

 

Vor einer Installation eines WinCenter-Servers sollte ein Administrator über mindestens 85 MB freien Plattenplatz und über folgende Informationen verfügen:

Im Gegensatz zur Standardinstallation von Windows NT sollten bei WinFrame einige der NT-Komponenten aus Performance- oder Ressource-Gründen weggelassen werden:

 

Das ICA-Protokoll

Für die Kommunikation mit verschiedenen Clients entwickelte Citrix schon sehr früh das ICA-Protokoll (Independent Computing Architecture), das seine Stärken klar im Bereich schmalbandiger Netzwerke (z.B. über Modemverbindungen) hat. Die ICA-Client-Software kann auf NetPCs, Terminals, Macintoshs, OS/2-Rechner, UNIX-Workstations und auf drahtlosen Stationen installiert werden.

ICA-Pakete bestehen aus einem Kommando und optional darauffolgende Daten. Die Daten können zudem komprimiert oder auch verschlüsselt (DES, RSA) werden. Das ICA-Protokoll ist durch die direkte Einbindung von GDI-Aufrufen hoch optimiert für seinen Einsatz auf relativ langsamen Netzwerkverbindungen. Es beinhaltet folgende Eigenschaften:

 

WinFrame-Installation

Die Installation von WinFrame 1.7 erfolgt wie bei Windows NT 3.51. Als Datenträger werden drei Boot-Disketten und eine System-CD benötigt.

Bei der Installation wird die "Setup Boot Disk" eingelegt und der Rechner neu gestartet. Danach muß die CD-ROM WinFrame 1.7 eingelegt werden. Die Boot-Partition (bzw. die System-Partition) sollte nicht größer als 4GB sein (2GB sind erfahrungsgemäß am günstigsten).

Die System-Partition muß während der Installation an der entsprechenden Stelle mit NTFS formatiert werden, um das Dateisystem sicher zu machen. Aufwendige Bildschirmschoner (OpenGL) und große Hintergrundbilder sollten nicht installiert werden, da sie sehr viel System-Ressourcen verbrauchen.

Bei der Netzwerkkonfiguration sollte auf jeden Fall TCP/IP installiert werden. Das NetBEUI-Protokoll kann weggelassen werden.

Service Packs und Hotfixes

Service Packs (= Patches) ersetzen ältere Systemkomponenten durch neuere. Dies dient der Fehlerbeseitigung und der Performance-Verbesserung. Der Standardaufruf zum Installieren eines Service Packs ist "update.exe". Die aktuellen Service Packs (z.B. SP5) liegen auf dem FTP-Server von Citrix als selbstentpackende Archivdateien.

Anmerkung: Service Packs sind kumulativ, d.h. sie beinhalten immer auch alle Änderungen der Vorgängerversionen.

Hotfixes entfernen sehr gezielt spezielle Fehlerquellen im WinCenter Pro Laufzeitsystem. Die Namenskonvention von Hotfixes ist folgendermaßen, wobei das untenstehende Beispiel den Titel WF160406 hat:

WF Die Stellen 1 und 2 bezeichnen die Software, in diesem Fall WinFrame
16 Die Stellen 3 und 4 reflektieren die Versionsnummer der Software, für die der Hotfix gedacht ist, in diesem Fall die Version 1.6
0 Die Stelle 5 spezifiziert ob der Hotfix für einen Client oder den Server gedacht ist. Daher kann der Buchstabe einen der vier folgenden Werte annehmen:
0 = Server Hotfix
D = DOS Client Hotfix
W = Windows 16-Bit Client Hotfix
N = Windows 32-Bit Client Hotfix
4 Die Stelle 6 zeigt an, welcher Service Pack installiert sein sollte
06 Dieser Wert ist sequentiell und repräsentiert die Hotfix-Nummer einer Reihe

 

Zur Installation eines Hotfix sollte ein Verzeichnis namens "HOTFIX" erzeugt werden, um die selbstextrahierenden Hotfix-Dateien speichern zu können. Darin sollte für jeden Hotfix ein eigenes Unterverzeichnis erzeugt werden, in dem der jeweilige Hotfix ausgepackt wird. Der Grund ist, daß jeder Hotfix ein ausführbares Programm namens "hotfix.exe" enthält, das für die Installation des Hotfix zuständig ist. Verschiedene Unterverzeichnisse verhindern das versehentliche Überschreiben einer solchen Datei.

Die Syntax des Programms "hotfix.exe" ist dabei folgende:

Nach jeder Hotfix-Installation sollte der WinCenter-Server neu gestartet werden (Reboot). Es gibt neben der kommandozeilenbasierten Installation von Hotfixes auch ein graphische Oberfläche.

 

Nach der Installation sollte mit Hilfe einer leeren Diskette und dem undokumentierten Befehl "RDISK /S" eine Emergency Repair Disk angelegt werden. Diese Option sichert die "Security" und die "User" Informationen. Sie funktioniert jedoch nur, wenn alle Daten auf eine Diskette passen. Andernfalls müssen diese sicherheitskritischen Informationen mit einem Backup-System gesichert werden.

Multiuser-Unterstützung - WinStations

Für die Anbindung der Clients definiert Citrix sogenannte WinStations. Jede WinStation entspricht dabei den Attributen einer "Remote Session", die auf dem WinFrame-Server ausgeführt werden.

WinStations beschreiben dadurch die Schnittstelle einer Applikation zwischen dem WinFrame-Server und der Client-Plattform bzw. dem Desktop-Fenster. Die Schnittstelle beinhaltet:

Die WinStations können mit dem WinFrame-Server über folgende Mechanismen verbunden sein:

Nach der Konfiguration bietet die Citrix-Umgebung die Benutzeranbindung durch die Einrichtung von zwei Prozessen für jede konfigurierte WinStation:

Diese Prozesse benötigen etwa 2,5 MB RAM für jede konfigurierte WinStation. Die Prozesse sind "idle" bis sie tatsächlich benötigt werden. Die wenig benötigten werden vom Speicher-Management ausgelagert (Swap) und haben daher wenig Einfluß auf die Gesamtleistung des Systems.

Der Start der beiden Prozesse hat Einfluß auf die Boot-Prozedur des WinFrame-Servers. Je mehr WinStations konfiguriert sind, desto länger dauert der Boot-Vorgang.

WinFrame-Ausprägungen und Unterschiede zu Windows NT

Zwischen dem Citrix Application Server und der Windows NT Workstation bestehen einige Unterschiede. Hierbei besitzt NT einige Features, die von WinFrame nicht unterstützt werden:

Das "WinFrame Enterprise Server" Option Pack bietet folgende zusätzliche Features:

 

Inhalt der WinFrame-Installations-CD

Unter dem Verzeichnis \WFCLIENT leigen eine Reihe wichtiger WinFrame-Komponenten:

Ab der Version 1.7 wurden einige neue Eigenschaften in WinFrame integriert:

 

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