WinCenter Pro: Konzepte und Administration
Kapitel 2.4: Windows NT - Zugriffsrechte auf Dateien und
Verzeichnisse
Letzte Änderung: 15.4.98 von B. Tritsch
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Die Bereitstellung von Datei-Services und Plattenressourcen
ist eine der Hauptaufgaben von Netzwerkservern. Damit die
Festplattenkapazität eines Servers für die Anwender nutzbar
wird, muß Sie vom Administrator freigegeben werden.
Auch auf einem lokalen NT-Computer ist der Zugriff auf Dateien
und Verzeichnisse über die Vergabe von Rechten geregelt.
Grundkonzepte der Zugriffsrechte:
- C2-Sicherheitsstandard
- Benutzer-bezogen
- Vier-Augen-Prinzip
- Berechtigungen definiert und geändert durch Dateimanager
- unterschiedliche Berechtigungen für Verzeichnisse und
Dateien
Dateisysteme unter Windows NT
Windows NT ist in der Lage über sein Ein-/Ausgabesystem
mehrere Dateisysteme parallel zu verwalten. Hierbei werden die
Treiber für die Dateisysteme wie andere Gerätetreiber
behandelt. Dies dient zum einen der Abwärtskompatibilität und
zum anderen der Integration verschiedener Funktionalitäten.
- FAT - File Allocation Table: DOS Dateisystem und
Diskettenformat unter Windows NT. Für Dateinamen
wird die 8.3-Konvention verwendet, die 8 Buchstaben vor
dem Punkt und 3 Buchstaben nach dem Punkt erlaubt. Groß-
und Kleinschreibung spielen keine Rolle. Die maximale
Dateigröße beträgt 4 GBytes. Die Wurzel eines
FAT-Verzeichnisses kann maximal 512 Einträge beinhalten.
- FAT32: Das erweiterte FAT-Dateisystem von Windows
95 mit Unterstützung von langen Dateinamen und
Unterscheidung von Groß- und Kleinschreibung. FAT32 wird
nicht von der Version 4, jedoch von der Version 5 von
Windows NT unterstützt.
- NTFS - New Technology File System: Dies ist das
speziell für Windows NT entwickelte
64-Bit-Dateisystem mit starkem Fokus auf Sicherheit. Die
Dateinamen können bis zu 255 Zeichen in 16-Bit-Unicode
enthalten, wobei Groß- und Kleinschreibung beibehalten
werden. Unicode erlaubt die Verwendung von erweiterten
Zeichensätzen, z.B. für chinesische, japanische,
griechische oder arabische Zeichen. Die theoretisch
maximale Dateigröße beträgt 16 ExaBytes (= 17
Millionen GBytes!).
- CDFS CD File System: Dateisystem für CDs,
das auch lange Dateinamen erlaubt. Es können jedoch auch
CDs verwendet werden, die Kompatibel zum CD-Standard
ISO9669 sind.
- HPFS - High Performance File System: Das
OS/2-Dateisystem wurde bis einschließlich der
Windows NT Version 3.51 direkt unterstützt. Ab
Windows NT 4.0 müssen die zugehörigen
Treiberdateien zusätzlich installiert werden. Die
maximal Dateigröße beträgt 4 GBytes.
Lokale Zugriffsrechte
Das NTFS-Dateisystem erlaubt eine umfangreiche
Zugriffsverwaltung, die im einzelnen aus den folgenden
Zugriffsarten besteht:
- Lesen (R)
- Schreiben (W)
- Ausführen (X)
- Löschen (D)
- Berechtigungen ändern (P)
- Besitz übernehmen (O)
Standard-Berechtigungen für den Verzeichniszugriff:
- Kein Zugriff: (Kein)(Kein)
- Anzeigen: (RX)()
- Lesen: (RX)(RX)
- Hinzufügen: (WX)()
- Hinzufügen und Lesen: (RWX)(RX)
- Ändern: (RWXD)(RWXD)
- Vollzugriff: (Alle)(Alle)
Standard-Berechtigungen für den Dateizugriff
- Kein Zugriff: (Kein)
- Lesen: (RX)
- Ändern: (RWXD)
- Vollzugriff: (Alle)
Die Vergabe von individuellen Berechtigungen ist prinzipiell
möglich, zumeist genügen jedoch die Standardberechtigungen, die
Windows NT zur Verfügung stellt. Hierbei wird zwischen den
Zugriffsarten auf Verzeichnisebene und den Zugriffsarten auf
Dateiebene unterschieden.
Spezielle Benutzergruppen sind hierbei folgende:
- ERSTELLER-BESITZER
- INTERAKTIV: Lokal an dem Sytem arbeitender Benutzer
- Jeder: Wird von Windows NT häufig für den
Standard-Zugriff verwendet
- NETZWERK: Benutzer, die über das Netzwerk auf das System
zugreifen
- SYSTEM: Das Betriebssytem
Auf einem NTFS-Datenträger hat jede Datei und jedes
Verzeichnis einen eindeutigen Besitzer. Dieser kann selbständig
jederzeit alle vergebenen Berechtigungen für einzelne Benutzer
oder Gruppen von Benutzern individuell anpassen.

Freigaben für den Netzwerkzugriff
Das Sharing (Teilen) von Verzeichnisstrukturen funktioniert
mit Verzeichnissen auf FAT-, HPFS- und auf NTFS-Partitionen. Für
die vollständige Funktionalität insbesondere auf Servern sollte
jedoch immer NTFS gewählt werden. Das Einrichten von Freigaben
erfolgt in der Regel über den Datei-Manager. Die Shares
beinhalten dann folgende Eigenschaften:
- Die Vergabe von Shares ist auf sehr wenige verschiedene
Zugriffsarten beschränkt (kein Zugriff, Lesen, Ändern,
Vollzugriff)
- Die Vergabe von Shares wirkt sich nur für die Nutzung
über das Netzwerk aus und nicht für lokale Benutzer
- Die Freigabe kann explizit einzelnen Benutzern oder
Benutzergruppen mit individuellen Zugriffsarten zugeteilt
werden
- Standard-Freigaben auf jedem NT-System sind mit Hilfe des
$-Zeichens verborgen: ADMIN$ (NT Systemverzeichnis) C$
(Root von Laufwerk C), D$, E$, ...
- Das Freigeben eines Verzeichnisses impliziert automatisch
die Freigabe aller Unterverzeichnisse
Die Vergabe von Shares kann über den Benutzer-Manager
reglementiert werden und sich möglicherweise nur auf
Administratoren beschränken.

Die Freigaben für den Netzwerkzugriff
- erfolgt über den Dateimanager (Explorer bei NT 4.0)
- läßt sich auf jedem NT-Dateisystem einrichten
- Freigabename (max. 12 Zeichen), Pfad, Kommentar
- für die Freigabe von Verzeichnissen benötigt man
spezielle Rechte
- Zugriffsberechtigungen für Freigaben sind auf sehr
wenige verschiedene Zugriffsarten beschränkt (kein
Zugriff, Lesen, Ändern, Vollzugriff)
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