Letzte Änderung: 15.4.98 von B. Tritsch
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Jeder Benutzer, der regelmäßig auf das Netzwerk zugreift, braucht ein Benutzerkonto. Dieses Benutzerkonto beinhaltet Informationen über den Benutzer, wie Name und Password, sowie die Zugriffsrechte, die seinen Zugriff auf das Netzwerk regeln. Benutzer, die eine ähnliche Funktion haben oder die selben Ressourcen benötigen, können zu Gruppen zusammen gefaßt werden. Diese Aufteilung in Gruppen macht die Rechtevergabe und Verwaltung einfacher, da sie nicht mehr an den einzelnen Benutzer gebunden ist, sondern jeweils für einen ganze Gruppe von Benutzern durchgeführt werden kann.
Benutzerkonten lassen sich in globale und lokale Benutzerkonten unterteilen.
Benutzer und Benutzergruppen werden mit dem Benutzermanager definiert. Mit dem Dateimanager können den Benutzern oder den Benutzergruppen Zugriffsrechte auf Dateien oder Verzeichnisse zugewiesen werden. Mit dem Druckmanager können den Gruppen oder den Benutzern Drucker zugewiesen werden.
Die Verwaltung der Benutzer ist sowohl auf einzelnen Windows NT-Maschinen als auch innerhalb einer Domäne eine zentrale Aufgabe zur Gewährleistung eines reibungslosen Betriebs. Nur ein Administrator hat die Rechte, neue Benutzer anzulegen oder die Daten bestehender Benutzer zu modifizieren. Das hierfür verwendete Werkzeug ist der Benutzer-Manager für Domänen.

Ein Benutzerkonto setzt sich aus folgenden Informationen zusammen:
| Kontoeintrag | Beschreibung |
| Benutzername | Ein systemweit eindeutiger Name mit dem sich der Benutzer anmeldet. |
| Kennwort | Das nur dem Benutzer bekannte Password. |
| Anmeldezeiten | Die Zeiten, während derer sich der Benutzer anmelden darf. |
| Anmeldearbeitsstationen | Liste der Rechner von denen sich der Benutzer einloggen darf. |
| Maximales Kennwortalter | Gibt den Zeitpunkt an, zu dem die Anmeldeberechtigung abläuft. Dadurch läßt sich erreichen, daß bestimmte Anmeldungen zeitlich begrenzt sind (z.B. für Gäste oder Studenten). |
| Basisverzeichnis | Das Basisverzeichnis ist als privates Verzeichnis des Benutzers gedacht, und dient dazu seine persönlichen Daten zu speichern. |
| Benutzerprofil | Das Benutzerprofil beschreibt die für den jeweiligen Benutzer gespeicherte Arbeitsumgebung. Dazu gehören die Programmgruppen, die Netzwerkverbindungen, die Farben und Schriften. |
| Anmeldeskript | Eine Skriptdatei die während jeder Anmeldung des Benutzers ausgeführt wird. |
Darüber hinaus gibt es noch Benutzereigenschaften, die entweder wahr oder falsch sind:
| Kontoeintrag | Default | Bemerkung |
| Benutzer muß Kennwort bei der nächsten Anmeldung ändern | ja | Der Benutzer muß beim ersten Anmelden sein Password ändern. Dies ist sinnvoll wenn das erste Password vom Administrator vergeben wurde. |
| Benutzer kann Kennwort nicht ändern | nein | Dies ist sinnvoll, wenn ein Benutzerkonto von verschieden Benutzern genutzt wird (z.B. Praktikum). |
| Kennwort läuft nie ab | nein | Sollte man System- oder Gastkonten verwenden. |
| Konto deaktiviert | nein | Wenn ein Konto deaktiviert ist kann man sich nicht unter diesem Konto anmelden. Es verbleibt aber in der Kontodatenbank. Konten, die als Template dienen, sollten deaktiviert sein. |
Jedes Benutzerkonto wird systemweit durch einen Security Identifier (SID) identifiziert. Diese SID ist eindeutig und bleibt auch erhalten, wenn ein Benutzerkonto gelöscht wird. Wird also ein Benutzerkonto eröffnet, dann gelöscht und unter gleichem Namen erneut erzeugt, so hat dieses neue Benutzerkonto nicht die Rechte des alten, da es eine unterschiedliche SID besitzt.

In den meisten Domänen ist ein Benutzer Mitglied einer oder mehrerer der unter Windows NT vordefinierten Gruppen. Dadurch hat der jeweilige Benutzer die Möglichkeiten, die ihm seine Gruppen bieten.
Die vordefinierten Gruppen unterscheiden sich je nach dem, ob es sich bei dem Rechner um einen Domain Controller oder um einen Workstation/Server Rechner handelt:
Grundsätzlich können in einer Windows NT-Domäne zwei Arten von Benutzergruppen existieren: globale Gruppen und lokale Gruppen:
Benutzer können aus folgenden Gründen Mitglied einer Gruppe sein:
Der Geltungsbereich für Gruppen stellt sich folgendermaßen dar:

| Aufgabe | Typ | Bemerkung |
| Gruppe von Benutzer als Einheit in einer anderen Domäne benutzen | Global | Eine globale Gruppe kann in einer anderen Domain in eine lokale Gruppe importiert werden oder es können ihr dort direkt Rechte zugewiesen werden. |
| Nur Zugriff auf Ressourcen einer Domain ermöglichen | Lokal | keine |
| Brauche Zugriffsrechte auf eine Windows NT Workstation Computer oder einen Server, der nicht Domain Controller ist | Global | Einer globalen Domäne-Gruppe kann der Zugriff auf diesen Rechner gewährt werden, einer lokalen Domäne-Gruppe nicht. |
| Will mehrere Gruppen zu einer zusammen fassen | Lokal | Eine lokale Gruppe kann nur globale Gruppen und Benutzer beinhalten, lokale Gruppen können weder in andere lokale noch in andere globale Gruppen importiert werden. |
| Benutzer von verschiedenen Domains zusammenfassen. | Lokal | Benutzer von verschiedenen Domains werden in einer lokalen Gruppe zusammen gefaßt. Dieser lokalen Gruppe können nur in der Domain in der sie angelegt wurde Rechte zugewiesen werden. Wird die gleiche lokale Gruppe auch in anderen Domänen benötigt, so muß sie dort ebenfalls erzeugt werden. |
Folgende globale Gruppen sind für die Domain Controller definiert:
Folgende lokale Gruppen sind definiert:
Für Windows NT-Workstation und Windows NT-Server ist noch die folgende lokale Gruppe definiert:
Einstellungen allgemeiner Art wie z.B. maximales Kennwortalter, minimales Kennwortalter, minimale Kennwortlänge, Kennwortzyklus, usw. lassen sich im Benutzer-Manager über den Menüpunkt <Richtlinien> modifizieren.
Folgende Benutzerrechte sind für einzelne Benutzer oder für Benutzergruppen über den Menüpunkt <Richtlinien> <Benutzerrechte> einstellbar:

Eine Reihe von Benutzerattributen, die erst zur Laufzeit eine gewisse Relevanz erlangen, lassen sich über entsprechende Systemmechanismen behandeln. Hierdurch wird die individuelle Administration von Benutzern gewährleistet:

Die Benutzerdatenbank wir automatisch zwischen den Domain Controllern repliziert (reproduziert). Dies gewährleistet den sicheren Betrieb des Gesamtsystems auch beim Ausfall eines Domain Controllers (Primary Domain Controller oder Backup Domain Controller). Sollen auch andere Daten, wie z.B. Login-Skripts, verteilt gehalten werden, ist die Einrichtung des Replikations-Services nötig.
Hierzu muß zunächst ein Replikator-Account eingerichtet werden, unter dessen Namen der Replikationsdienst für die entsprechenden Import- bzw. Exportverzeichnisse gestartet wird. Dies läßt sich entweder mit dem Dienste-Manager in der Systemsteuerung oder über den Server-Manager einrichten. Definiert man nur ein einziges Export-Verzeichnis läßt sich die Verwaltung zentral und die Datenhaltung redundant verteilt realisieren.