WinCenter Pro: Konzepte und Administration

Kapitel 12: System Tuning

Letzte Änderung: 15.4.98 von B. Tritsch

Überblick

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Tips und Tricks

Auto-Logout

Nach einer bestimmten Zeit sollte ein Auto-Logout erfolgen. Dies verhindert, daß einzelne Benutzer über einen längeren Zeitraum WinCenter-Lizenzen belegen, ohne effektiv damit zu arbeiten.

Disconnect - Reconnect

Dieser WinCenter-Mechanismus ist ähnlich wie beim Ausloggen, jedoch bleibt die Session weiterhin bestehen und kann reaktiviert werden. Der Anwender kann damit seine Sessions "zurückholen", die Programme leben in der "Disconnected"-Zeit weiter. X11-Befehle werden auf dem NT-Rechner gespeichert und nach dem Reconnect erneut ausgeführt. Dies ist insbesondere gut für den "Fail Save", wenn der Server mit einer UPS versorgt wird.

Screen Savers, Cursors, Wallpapers

Am besten keinen Screen-Saver einstellen. Am schlechtesten für die Performance sind OpenGL-Screen-Savers.

Die Entfernung von Screen Savers geschieht über "Main" - "Windows NT Setup" - "Choose Options" - "Add/Remove Windows Components".

Weiterhin sollten keine animierten Cursors oder aufwendige Hintergrundbilder ausgewählt werden. Sie können möglicherweise die Systemleistung stark beeinträchtigen.

DIB-Caching

Einstellungen für das Caching von Bildern (Device Independent Bitmaps) auf WinCenter Servern. Die Standardeinstellung ist 512 KBytes. Wird dieser Wert erhöht, wird der Bildaufbau möglicherweise schneller. Dies geht jedoch zu Lasten des verfügbaren Speichers auf einem WinCenter-Server.

Optimierung des Speicherverbrauchs

Über "Main" - "Control Panel" - "Network" kommt man an die Server-Einstellungen. Dort kann man die Speicherverwendung konfiguerieren:

Applikations-Tuning - Veränderung des Prozeß-Schedulers

Insbesondere um besonders ressourcenintensive Applikationen zu bändigen, ist es wichtig ihr Laufzeitverhalten systemweit zu ändern. Flags in der Registry (HKEY_LOCAL_MACHINE/ Software/ Citrix/ Compatibility/ Applications) ermöglichen es den Prozeß-Scheduler zu modifizieren.

Die Namen und Standardwerte der Registry Einträge zum Tuning von Windows Applikationen sind:

Es folgen die Original-Beschreibungen der Einträge:

Die Flags kontrollieren hierbei, um was für eine Applikation es sich handelt:

Um eine spezielle Applikation anzupassen, müssen über den Registry Editor Regedt32 folgende Änderungen durchgeführt werden:

Setzen der Prozeß-Priorität

Der "start"-Befehl in der DOS-Shell ermöglicht die Modifikation der Prioritätsstufe einer Applikation oder eines Prozesses. Die Syntax für den start-Befehl ist die folgende:

START: Startet ein eigenes Fenster, um das Programm oder den Befehl auszuführen.

START ["Titel"] [/Dpath] [/I] [/MIN] [/MAX] [/SEPARATE | /SHARED]
      [/LOW | /NORMAL | /HIGH | /REALTIME] [/WAIT] [/B] [Befehl/Programm]
      [Parameter]

  "Titel"   Der Titel des neuen Fensters.
  Pfad      Startverzeichnis
  I         Die neue Umgebung soll die dem CMD.EXE beim Aufruf übergebene
            sein und nicht die aktuelle Umgebung.
  MIN       Startet das Fenster minimiert.
  MAX       Startet das Fenster maximiert.
  SEPARATE  Startet 16-Bit-Windows-Programm in separatem Speicherbereich.
  SHARED    Startet 16-Bit-Windows-Programm in gemeinsamen Speicherbereich.
  LOW       Startet Anwendung in IDLE-Prioritätsklasse.
  NORMAL    Startet Anwendung in der NORMAL-Prioritätsklasse.
  HIGH      Startet Anwendung in der HIGH-Prioritätsklasse.
  REALTIME  Startet Anwendung in der REALTIME-Prioritätsklasse
  WAIT      Startet die Anwendung und wartet auf das Ende
  B         Startet Anwendung ohne ein neues Fenster zu öffnen. Die Anwendung
            ignoriert STRG+C. Wenn die Anwendung nicht selbständig STRG+C
            überprüft, ist STRG+UNTBR die einzige Möglichkeit, um die
            Anwendung abzubrechen.
  Befehl/Programm
            Wenn ein interner Befehl oder eine Batch-Datei verwendet wird,
            wird das neue CMD-Fenster mit Parameter /K gestartet.
            Das bedeutet, daß das Fenster erhalten bleibt, nachdem der
            Befehl abgearbeitet wurde.
            Wenn dies nicht der Fall ist, wird das Programm entweder
            als Anwendung in einem Fenster oder als Konsolenanwendung
            gestartet.
  Parameter Parameter, die an den Befehl oder das Programm übergeben werden
            sollen.

...

 

Trouble Shooting

Wenn Fehler mit WinCenter auftreten, sollten eine Reihe von Fragen gestellt werden. Ihre Beantwortung führt in den meisten Fällen zur Lösung des Problems.

  1. Wer ist der Übeltäter? WinFrame, Connect oder der NFS-Client
  2. Geschieht der Fehler mit 16-Bit- oder 32-Bit-Applikationen?
  3. Gibt es die Probleme nur mit Nicht-Administrator-Gruppen?

Startet der WinCenter-Server nicht mehr korrekt, kann ein Reboot mit der "Last Known Good Konfiguration" helfen. Dazu muß aber eine der letzten erfolgreichen Starts völlig ohne Fehler gewesen sein. Dies läßt sich mit dem Event Viewer überprüfen.

Für Fehlerfälle, in denen auch die "Last Known Good Konfiguration" nicht mehr hilft, sollte eine Emergency Repair Disk bereitliegen. Diese läßt sich mit dem Befehl RDISK oder RDISK /S aus der NT Shell anfertigen. Zusammen mit den Installations-Disketten und -CDs läßt sich damit in der Regel eine erfolgreiche Systemreparatur durchführen.

Möchte man eine spezielle NT-Boot-Floppy erstellen, muß man folgendermaßen vorgehen:

Hat ein WinCenter-Server des öfteren einen sogenannten "Blue Screen", dann eigenen sich zwei Werkzeuge zur Analyse:

Diese Werkzeuge liegen auf der NT-Server- und der Citrix-CD unter \SUPPORT\DEBUG\I386. Sie laufen nur in Kombination mit der Symbol-Tabelle, die typischerweise auch auf der CD ist. Mit dem Schalter -y kann bei "dumpexam" auch auf eine andere Symbol-Tabelle verwiesen werden (z.B. D:\SP3B\SYMBOLS).

Im folgenden werden nun eine Reihe von möglichen Fehlern und ihre Beseitigung beschrieben:

Verzögerungen während dem Login

Wenn die Verzögerungen nach der Eingabe von Name und Passwort auftreten: Überprüfen der Font-Pfade und Entfernung der falschen Einträge

Wenn die Verzögerungen vor der Eingabe von Name und Passwort auftreten: Überprüfung des Name Service auf Fehler

Bekannte "Memory Leaks" bei MS-Office

Beim Setzen des Cursors auf den MS-Office Shortcut Bar hat das Betriebssystem nach einer Weile keinen freien Speicher mehr. Es taucht eine Meldung auf: System Process - Out of Virtual Memory

Fehlermeldung: input_event: queue Overflow

Die Nachrichtenschlange wird von Meldungen überflutet. Dies ist ein gutartiges Problem basierend auf den Meldungen, die zwischen dem X-Server und WinCenter ausgetauscht werden.

Verschwindende WinStations

Die Symptome:

Die Gründe sind folgende:

Workaround: Das Tool "wcpreset.exe". Es ist bei NCD frei erhältlich.

Fehlermeldung: STOP:NO_MORE_SYSTEM_PTEs

Fehler in der Allokation von großen Speicherblöcken (für das Mappen von physikalischen Memory Pages).

Die Fehlerbehebung geschieht mit dem Registry Editor REGEDT32:

Falsche Betriebssystemversion

Die Versionsnummer kann durch folgende Befehle beeinflußt werden:

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