Letzte Änderung: 18.10.98 von B. Tritsch
Die Hardware für einen Windows Terminal Server sollte nach folgenden Kriterien ausgewählt werden, wobei die folgenden Angaben eine erste grobe Abschätzung darstellen:
Wieviele Anwender können nun maximal von einem Server bewältigt werden? Für eine genauere Analyse müssen zunächst einmal verschiedene Kategorien von Benutzern und verwendeten Programmen identifiziert werden.
Prozessoren und Speicherausbau skalieren linear im Bezug auf ihre Leistungsfähigkeit für eine Installation unter Windows Terminal Server Edition. Eine grobe Richtlinie für die Server-Konfiguration soll die folgende Tabelle geben:
Prozessor |
RAM (in MByte) |
Typische Benutzer |
Power Users |
| 1 x Pentium Pro 200 MHz | 128 |
15 |
8 |
| 2 x Pentium Pro 200 MHz | 256 |
30 |
15 |
| 4 x Pentium Pro 200 MHz | 512 |
60 |
30 |
Die Installation eines Multiuser-Servers erfolgt analog zur Installation von Windows NT. Es empfiehlt sich dringend, die System-Partition während der Installation mit NTFS zu formatieren, um das Dateisystem abzusichern. Aufwendige Bildschirmschoner (OpenGL, o.ä.) und große Hintergrundbilder sollten nicht installiert werden, da sie sehr viel System-Ressourcen verbrauchen.
Bei der Netzwerkkonfiguration muß auf jeden Fall TCP/IP installiert werden. Das NetBEUI-Protokoll kann ohne Einschränkung der Funktionalität weggelassen werden.
Für die Anbindung der Clients werden sogenannte WinStations definiert. Jede WinStation entspricht dabei den Attributen einer "Remote Session", die auf dem WTS ausgeführt werden. Nach der Konfiguration bietet die WTS-Umgebung die Benutzeranbindung durch die Einrichtung von zwei Prozessen für jede WinStation:
Diese Prozesse benötigen etwa 2,5 MB RAM für jede konfigurierte WinStation. Die Prozesse sind "idle" bis sie tatsächlich benötigt werden. Die wenig benötigten werden vom Speicher-Management ausgelagert (Swap) und haben daher wenig Einfluß auf die Gesamtleistung des Systems. Der Start der beiden Prozesse hat jedoch Konsequenzen für die Boot-Prozedur des WTS. Je mehr WinStations konfiguriert sind, desto länger dauert der Boot-Vorgang.
Vor der Konfiguration der Verbindungsoptionen sollte entschieden werden, ob die Einstellungen für individuelle Benutzer oder für alle Benutzer gelten sollen. Um die selbe Einstellung für alle Benutzer zu modifizieren kann das Werkzeug Terminal Server Verbindungskonfiguration (Terminal Server Connection Configuration) verwendet werden (siehe auch Kapitel 10). Um unterschiedliche Einstellungen für einzelne Anwender zu erlauben muß zunächst die Option zur Übernahme der Benutzereinstellung (Inherit User Config) ausgewählt werden. Danach erfolgt dann die individuelle Konfiguration des Benutzerkontos über den Benutzer-Manager. Dieser besitzt nach der Installation des WTS zu diesem Zweck zum Teil entsprechende Erweiterungen.
Die Gleichbehandlung aller Benutzer ist sicherlich einfacher zu handhaben für Systemadministratoren. Änderungen können schneller durchgeführt werden, da keine individualisierten Einstellungen nötig sind. In einigen Fällen kann jedoch der Bedarf bestehen, spezielle Einstellungen über den Benutzer-Manager durchzuführen oder durch Benutzereingaben auf dem Client zu erlauben. Die folgende Tabelle zeigt die verschiedenen Möglichkeiten auf. Die Einstellungen werden über die Terminal Server Verbindungskonfiguration, den Benutzer-Manager oder den Client konfiguriert. Einige spezielle Einstellungen können nur für Clients durchgeführt werden, die das ICA-Protokoll unterstützen.
Option |
Pro Verbindung |
Pro Benutzer |
Über
|
ICA- |
| TCP/IP | x |
|||
| Asynchron (Modem) | x |
x |
||
| IPX/SPX | x |
x |
||
| NetBIOS | x |
x |
||
| LAN-Adapter | x |
|||
| Zähler für maximale Verbindungen | x |
|||
| Protokollierung | x |
|||
| Timeouts für Connections | x |
x |
||
| Timeouts für Disconnections | x |
x |
||
| Timeouts für Idle-Zeit | x |
x |
||
| Sicherheit (Verschlüsselung) | x |
|||
| Automatisches Anmelden | x |
x |
||
| Initiales Programm | x |
x |
x |
|
| Überschreiben von Benutzerprofilen | x |
|||
| Behandlung unterbrochener Verbindungen | x |
x |
||
| Reconnect von Verbindungen | x |
x |
x |
|
| Shadowing | x |
x |
x |
|
| Anbindung von Client-Geräten | x |
x |
x |