Windows NT Terminal Server Edition

Kapitel 6: Windows NT - Administrationswerkzeuge

Letzte Änderung: 18.10.98 von B. Tritsch

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Explorer und Datei-Manager (Start - Programme)

Auf den ersten Blick erscheint unter Windows NT der Explorer das zentrale Werkzeug für den Zugriff auf Dateien und Verzeichnisstruktur der lokalen Festplatten zu sein. Jedoch hat der Explorer die Eigenschaft, bestimmte Informationen gefiltert oder interpretiert an den Benutzer weiterzugeben. Dies ist für den normalen Benutzer optimal, jedoch nicht unbedingt für einen Administrator. Daher arbeiten viele Administratoren weiterhin mit dem älteren Datei-Manager, der ein eher rohes Abbild der Anordnung von Dateien und Verzeichnissen erstellt. Zudem ist es so, daß einige administrative Aufgaben (z.B. die Einbindung von Macintosh-Dateisystemen) auschließlich über den Datei-Manger ausgeführt werden können.

Der Start des Explorers geschieht über das Anklicken des Arbeitsplatz-Icons auf dem Desktop oder der Start-Schaltfläche mit der rechten Maustaste. Klickt man das Startmenü mit der linken Maustaste an, so findet sich der Explorer im Menüpunkt <Programme>.

Der Datei-Manager wird zwar immer mit Windows NT 4.0 ausgeliefert, jedoch nicht als Icon im Startmenü oder auf dem Desktop angezeigt. Daher muß man manuell auf die Datei winfile.exe zugreifen und sie ausführen. Dies kann entweder über den Explorer, über den Punkt <Ausführen...> im Startmenü oder durch Aufruf des entsprechenden Kommandos in der NT-Shell (DOS-Box) geschehen.

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Gemeinsam ist jedoch sowohl dem Explorer als auch dem Datei-Manager, daß sie den Zugriff auf Festplatten, Diskettenlaufwerke oder im Netz freigegebene Ressourcen erlauben. Hierbei können beide Werkzeuge auch für die Modifikation der Sicherheitseinstellungen auf Ressourcen mit einem entsprechenden Dateisystem (z.B. NTFS) verwendet werden. Weiterhin sind beide als zentrales Verwaltungswerkzeug für Datei und Verzeichnisressourcen im Netzwerk verwendbar.

Systemsteuerung (Start - Einstellungen)

Die Systemsteuerung kann nur lokal genutzt werden und dient der Einstellung verschiedener Systemparameter, die zum Teil benutzerspezifisch und zum Teil systemweit angewendet werden.

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Besonders wichtig sind die Systemsteuerungs-Applets Dienste, Geräte, Netzwerk, Server, Software und System.

Druck-Manager (Start - Einstellungen)

Problemloses Drucken von Dokumenten ist innerhalb einer Unternehmensumgebung eine zentrale Forderung, die durch eine entsprechende Infrastruktur erfüllt werden muß. Lokal an PCs angebundene Drucker stellen dabei in den wenigsten Fällen eine befriedigende Alternative zu Server-Lösungen dar, die mehrere Drucker für eine große Anzahl von Benutzern gleichzeitig verfügbar machen können. Die Planung, Konfiguration und Wartung einer solchen Remote-Druck-Umgebung setzt jedoch ein deutlich höheres Verständnis der zugrundeliegenden Mechanismen voraus, als eine lokale Druckeranbindung.

Windows NT Server können zur Integration von Netzwerkdruckern genutzt werden, ohne dabei die verwendeten Client-Betriebssysteme einschränken zu müssen. Besonders leicht ist dies natürlich bei Windows NT Workstation oder Windows for Workgroups. Jedoch auch UNIX- oder Macintosh-Clients können auf einen NT-Server als Druck-Server problemlos zugreifen.

Der Druck-Manager dient dem Einrichten von neuen Druckern sowie der Verwaltung bestehender Drucker.

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Eingabeaufforderung (Start - Programme - Eingabeaufforderung)

Das Icon der sogenannten "DOS-Box" unter Windows NT führt nach wie vor zu einer Reihe von Mißverständnissen. Viele Benutzer – und insbesondere Administratoren – nehmen sie nicht sonderlich ernst, da sie zu sehr an DOS erinnert. Die "DOS-Box" ist jedoch eine ausgewachsene 32-Bit-Shell mit der Möglichkeit eine Reihe von Sprachelementen zu nutzen.

Besonders hervorzuheben sind die folgenden Kommandos:

Bandsicherung (Start - Programme - Verwaltung)

Das regelmäßige Sichern von System- und Benutzerdaten gehört sicherlich zu einer der zentralen Aktivitäten in einer Unternehmensumgebung. Windows NT bietet in seiner Standardinstallation ein graphisches Werkzeug, mit dem einfache Sicherungskonzepte verwirklicht werden können. Das Backup-Programm Ntbackup erlaubt dabei ausschließlich die Verwendung von Bandlaufwerken, Disketten werden nicht unterstützt.

Die einfachste Methode zur Verwendung des Backup-Programms geschieht über den Startmenüpunkt <Programme> <Verwaltung> <Bandsicherung>. Wurde ein Bandlaufwerk über die Systemsteuerung und das dortige Bandgeräte-Applet schon installiert, so kann das Programm sofort verwendet werden.

Die folgende Liste gibt einen Überblick über die Möglichkeiten, die dieses Programm zum Schutz der Daten bietet:

Sicherungen können unter Verwendung von Ntbackup auch in der NT Shell vorgenommen werden. Für die meisten Befehlsparameter ist keine Benutzereingabe notwendig, sie können daher in Skripts integriert werden. Es gibt jedoch auch Parameter, bei denen eine Benutzerinteraktion erforderlich ist.

Festplatten-Manager (Start - Programme - Verwaltung)

Der Festplatten-Manager erlaubt die vollständige Kontrolle über die Konfiguration der Festplatten. Dies umfaßt die Erstellung und das Löschen von Plattenpartitionen und von logischen Laufwerken.. Weiterhin können Laufwerks-Identifikationen zugeordnet und logische Datenträgersätze erstellt werden.

Weiterhin erlaubt der Festplatten-Manager das Formatieren und Umbenennen von Festplatten bzw. Volumes.

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NT Diagnose (Start - Programme - Verwaltung)

Die PC-Hardware und die Betriebssystemskonfiguration läßt sich unter Windows NT recht leicht überprüfen. Dafür muß man unter <Start> <Programme> <Verwaltung> das Programm Windows NT Diagnose starten. Dieses Werkzeug gibt Auskunft über die verschiedenen Systemeinstellungen. Dies beinhaltet Dienste, Ressourcen, Umgebungsvariablen, Netzwerkeinstellungen, Versionsangaben, Systeminformationen, Anzeige, Laufwerke und Speicher.

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Server-Manager (Start - Programme - Verwaltung)

Der Server-Manager ist eines der wichtigsten Werkzeuge für die Überwachung und Konfiguration von Rechnern unter Windows NT im Netzwerk. Er ergänzt die Funktionen des Benutzer-Managers für Domänen.

Der Server-Manager zeigt nach seinem Start eine Liste aller Computer der Domäne an. Veränderungen der Computer-Rollen können über den Server-Manager kontrolliert werden, z.B. die Auf- oder Abstufung eines Domain Controllers. Die Synchronisation der Benutzerkonten- und Rechnerdatenbank läßt sich hier ebenfalls erzwingen. Die wichtigste Eigenschaft ist jedoch wahrscheinlich die Möglichkeit zur Fernadministration von NT-Computern. Dies betrifft z.B. die freigegebenen Verzeichnisse, das Replikationsverhalten oder die Kontrolle von NT-Diensten (Services).

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Systemmonitor (Start - Programme - Verwaltung)

Ein wichtiges Administrations- und Analyse-Werkzeug, das mit jedem Windows NT ausgeliefert wird, ist der Systemmonitor. Er zeigt die verfügbaren und genutzten Systemressourcen über entsprechende Zähler an. Die vorhandenen Zähler richten sich nach der installierten System-Software. Hiermit lassen sich Systemengpässe (Bottlenecks) identifizieren und bei manueller Systemoptimierung die Ergebnisse mitverfolgen.

Der Systemmonitor dient hiermit zur Überwachung des Gesamtsystems und des Netzes. Praktisch alle Informationen, die im Laufzeitsystem verfügbar sind, können erfaßt und dargestellt werden. Hierbei gibt es vier verschiedene Formen, wie die Informationen aufbereitet werden können.

  1. Diagramm: Graphische Darstellung
  2. Warnung: Über- oder Unterschreiten vorgegebener Werte führt ein festgelegtes Programm aus
  3. Protokoll: Informationen werden in eine Log-Datei geschrieben
  4. Report: Darstellung in einem einfachen und übersichtlichen Report-Format

Der Systemmonitor benötigt selbst etwa 5% CPU-Zeit, was bei absoluten Lastangaben zu beachten ist. Bei der Ausgabe der Ressourcenwerte ist auf die Skalierung zu achten, da diese sowohl in Prozent als auch in absoluten Werten dargestellt werden können.

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Die Auswahlmöglichkeiten zur Darstellung von Systeminformationen sind mit dem Systemmonitor überwältigend. Ein Administrator hat damit annähernd unendliche Kombinationsmöglichkeiten, um auf einem lokalen oder entfernten Computer unter Windows NT Systemanalyse zu betreiben. Die wichtigsten Optionen zur Identifikation von Systemengpässen auf NT-Servern sind die folgenden:

Systemrichtlinien-Editor (Start - Programme - Verwaltung)

Um die Verwaltung von hunderten oder gar tausenden von Benutzern und Computern unter Windows NT 4.0 und Windows 95 zusammenzuführen, wurde das Konzept der Policy oder Systemrichtlinie eingeführt. Eine Policy erlaubt die zentral gesteuerte Modifikation der Registry, wobei hiervon nicht nur der Zweig HKCU, sondern auch HKLM betroffen sein kann. Das zentrale Werkzeug für die Definition einer Policy ist der Systemrichtlinien-Editor. Dieser erlaubt es benutzerabhängige, gruppenabhängige oder computerabhängige Einstellungen vorzunehmen. Auf diese Weise können sogar die einzelnen Anwendungen angegeben werden, die ein Benutzer starten darf.

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Policy-Einstellungen lassen sich zentral bereitstellen, indem sie auf dem "Netlogon Share" der Domain Controllers abgelegt werden. Der Pfad zu diesem exportierten Verzeichnis ist %SystemRoot% \System32 \Repl \import \scripts. Die Policy wird dort ab Windows NT 4.0 durch die Datei Ntconfig.pol und für Windows 95 durch die Datei Config.pol definiert. Werden diese Dateien beim Anmelden eines Benutzers gefunden, so überschreibt die Policy die darin definierten Einstellungen. Dies gilt auch für Einstellungen, die vorher durch ein Login-Skript oder durch ein Profil gesetzt wurden.

Resource Kit - Die Technische Referenz

Das Microsoft Resource Kit for Windows NT (dt.: "Die Technische Referenz") stellt eine umfangreiche Sammlung an Informationen und Systemwerkzeugen speziell für Administratoren dar. Im folgenden werden einige der wichtigsten Werkzeuge vorgestellt, die im Administratoren-Alltag oftmals ihren Einsatz finden. Zum Teil sind dies einfach "Bequemlichkeits"-Werkzeuge, die Arbeitsvorgänge vereinfachen. Zum Teil ermöglichen sie jedoch auch Einblicke in das NT-System, die über keinen anderen Mechanismus geboten werden. Viele der Resource Kit Tools finden sich daher mit der Zeit auch in der Standarddistribution von Windows NT.

NetWatch (netwatch.exe) zeigt in einem Fenster an, welche Benutzer oder Rechner zu einer exportierten Ressource im Netzwerk (Share) Verbindung aufgenommen haben. Weiterhin erlaubt es die Unterbrechung einer Benutzerverbindung und die Beendigung des Exports für eine Ressource. Dabei können alle diese Aktionen für mehrere Computer im Netzwerk durchgeführt werden. Um NetWatch mit seiner vollen Funktionalität verwenden zu können, muß man als ein Benutzer angemeldet sein, der zur Gruppe der Domäne-Administratoren gehört. Zudem muß auf allen Computern, auf die ein Zugriff erfolgen soll, der Server-Dienst gestartet sein.

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Der Process Viewer (pview.exe) ist ein graphisches Werkzeug, das Informationen über laufende Prozesse anzeigt und erlaubt, einige Parameter der Prozesse zu modifizieren. Die einzelnen Funktionalitäten sind:

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Die Gesamtheit der Werkzeuge im Resource Kit läßt sich in verschiedene Kategorien einteilen, die im folgenden aufgeführt werden:

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