Letzte Änderung: 18.10.98 von B. Tritsch
Jeder Benutzer, der regelmäßig auf das Netzwerk zugreift, benötigt ein Benutzerkonto. Dieses Benutzerkonto beinhaltet Informationen über den Benutzer, wie Name und Kennwort, sowie die Zugriffsrechte, die seinen Zugriff auf das Netzwerk regeln. Benutzer, die eine ähnliche Funktion haben oder die selben Ressourcen benötigen, können zu Gruppen zusammengefaßt werden. Diese Aufteilung in Gruppen macht die Rechtevergabe und Verwaltung einfacher, da sie nicht mehr an den einzelnen Benutzer gebunden ist, sondern jeweils für einen ganze Gruppe von Benutzern durchgeführt werden kann. Hierbei lassen sich Gruppen in lokal (= rechnerspezifisch) und global (= domäneweit) unterscheiden.
Benutzer und Benutzergruppen werden mit dem Benutzer-Manager definiert. Mit dem Datei-Manager bzw. dem Explorer können den Benutzern oder den Benutzergruppen Zugriffsrechte auf Dateien oder Verzeichnisse zugewiesen werden. Mit dem Druck-Manager können den Gruppen oder den Benutzern Drucker zugewiesen werden.
Ein Benutzerkonto setzt sich aus folgenden Informationen zusammen:
| Kontoeintrag | Beschreibung |
| Benutzername | Ein systemweit eindeutiger Name mit dem sich der Benutzer anmeldet. |
| Kennwort | Das nur dem Benutzer bekannte Password. |
| Anmeldezeiten | Die Zeiten, während derer sich der Benutzer anmelden darf. |
| Anmeldearbeitsstationen | Liste der Rechner von denen sich der Benutzer einloggen darf. |
| Maximales Kennwortalter | Gibt den Zeitpunkt an, zu dem die Anmeldeberechtigung abläuft. Dadurch läßt sich erreichen, daß bestimmte Anmeldungen zeitlich begrenzt sind (z.B. für Gäste oder Studenten). |
| Basisverzeichnis | Das Basisverzeichnis ist als privates Verzeichnis des Benutzers gedacht, und dient dazu seine persönlichen Daten zu speichern. Dieses Verzeichnis kann auch auf einem entfernten Rechner im Netz liegen (File Server). |
| Benutzerprofil | Profile enthalten die benutzerspezifischen Einstellungen für die Umgebung, die zu einem großen Teil auch von einem Administrator vorgegeben werden können (Pfad: \WINNT \Profiles). Im Detail beinhalten Profile das Aussehen von Programm-Manager, Datei-Manager, Befehlszeile, Druck-Manager, Systemsteuerungsoptionen, Zubehör, Windows NT-Anwendungen von Drittherstellern sowie des Hilfe-Systems. Bei Server-basierten Profilen lassen sich verbindliche Profile (administrative Profile) und persönliche Profile unterscheiden. |
| Anmeldeskript | Batch- oder Command-Skripts, die zur Login-Zeit eines Benutzers ausgeführt werden. Sie erlauben z.B. das Anbinden eines allgemein verfügbaren Netzwerklaufwerks. Das Erstellen von leistungsfähigen Login-Skripts gehört zu einer der anspruchsvollsten Aufgaben für Administratoren (Pfad: \WINNT \System32\ Repl \Import \Scripts). |
Darüber hinaus gibt es noch Benutzereigenschaften, die entweder wahr oder falsch sind:
| Kontoeintrag | Default | Bemerkung |
| Benutzer muß Kennwort bei der nächsten Anmeldung ändern | ja | Der Benutzer muß beim ersten Anmelden sein Password ändern. Dies ist sinnvoll wenn das erste Password vom Administrator vergeben wurde. |
| Benutzer kann Kennwort nicht ändern | nein | Dies ist sinnvoll, wenn ein Benutzerkonto von verschieden Benutzern genutzt wird (z.B. Praktikum). |
| Kennwort läuft nie ab | nein | Sollte man System- oder Gastkonten verwenden. |
| Konto deaktiviert | nein | Wenn ein Konto deaktiviert ist kann man sich nicht unter diesem Konto anmelden. Es verbleibt aber in der Kontodatenbank. Konten, die als Template dienen, sollten deaktiviert sein. |
Jedes Benutzerkonto wird systemweit durch einen Security Identifier (SID) identifiziert. Diese SID wird durch einen Algorithmus generiert, der die Hardware-Adresse der Netzwerkkarte und die aktuelle Systemzeit als Basis beinhaltet. Sie ist somit weltweit eindeutig und bleibt auch als Sicherheitsinformation für bestimmte NT-Objekte (z.B. Dateien) erhalten, wenn ein Benutzerkonto gelöscht wird. Wird also ein Benutzerkonto eröffnet, dann gelöscht und unter gleichem Namen erneut erzeugt, so hat dieses neue Benutzerkonto nicht die Rechte des alten, da es eine unterschiedliche SID besitzt.
In den meisten Domänen ist jeder Benutzer Mitglied einer oder mehrerer der unter Windows NT vordefinierten Gruppen. Dadurch hat der jeweilige Benutzer die Möglichkeiten, die ihm seine Gruppen bieten. Die vordefinierten Gruppen unterscheiden sich je nach dem, ob es sich bei dem Rechner um einen Domain Controller oder um einen Workstation/Server Rechner handelt.
Als grundsätzliche Regel zur Unterscheidung von lokalen und globalen Gruppen können die folgenden Sätze gelten:
Benutzer können aus folgenden Gründen Mitglied einer Gruppe sein:
Der Geltungsbereich für Gruppen stellt sich folgendermaßen dar:

Der erforderliche Gruppentyp wird für verschiedene Aufgaben in der folgenden Tabelle aufgezeigt:
| Aufgabe | Typ | Bemerkung |
| Gruppe von Benutzer als Einheit in einer anderen Domäne benutzen | Global | Eine globale Gruppe kann in einer anderen Domäne in eine lokale Gruppe importiert werden oder es können ihr dort direkt Rechte zugewiesen werden. |
| Nur Zugriff auf Ressourcen einer Domäne ermöglichen | Lokal | keine |
| Brauche Zugriffsrechte auf eine Windows NT Workstation Computer oder einen Server, der nicht Domain Controller ist | Global | Einer globalen Domäne-Gruppe kann der Zugriff auf diesen Rechner gewährt werden, einer lokalen Domäne-Gruppe nicht. |
| Will mehrere Gruppen zu einer zusammen fassen | Lokal | Eine lokale Gruppe kann nur globale Gruppen und Benutzer beinhalten, lokale Gruppen können weder in andere lokale noch in andere globale Gruppen importiert werden. |
| Benutzer von verschiedenen Domänen zusammenfassen. | Lokal | Benutzer von verschiedenen Domänen werden in einer lokalen Gruppe zusammen gefaßt. Dieser lokalen Gruppe können nur in der Domäne in der sie angelegt wurde Rechte zugewiesen werden. Wird die gleiche lokale Gruppe auch in anderen Domänen benötigt, so muß sie dort ebenfalls erzeugt werden. |
Folgende globale Gruppen sind für die Domain Controller vordefiniert:
Folgende lokale Gruppen sind vordefiniert:
Für Windows NT-Workstation und Windows NT-Server ist noch die folgende lokale Gruppe vordefiniert:
Neben diesen offensichtlichen Gruppen existieren unter Windows NT noch eine Reihe von logischen Benutzergruppen. Sie alle haben wichtige Aufgaben innerhalb einer NT-Umgebung.
Die Verwaltung der Benutzer und Gruppen ist sowohl auf einzelnen Windows NT-Maschinen als auch innerhalb einer Domäne eine zentrale Aufgabe zur Gewährleistung eines reibungslosen Betriebs. Nur ein Administrator hat die Rechte, neue Benutzer anzulegen oder die Daten bestehender Benutzer zu modifizieren. Das hierfür verwendete Werkzeug ist der Benutzer-Manager auf NT-Workstations und der Benutzer-Manager für Domänen auf NT-Servern.

Beim Anlegen eines neuen Benutzers werden eine Reihe von Daten erfragt, wobei die wenigsten (außer dem Login-Namen) angegeben werden müssen. Jeder Benutzer erhält vom NT-System eine eindeutige ID, die mit seinem Login-Namen gekoppelt ist.
Die folgenden Angaben sollten für jeden neuen Benutzer gemacht werden:

Der Menüpunkt <Richtlinien> im Hauptfenster des Benutzer-Managers erlaubt die Konfiguration einer Reihe von sicherheitrelevanten Optionen. Im Unterpunkt <Konten...> werden jene Einstellungen vorgenommen, die die globalen Richtlinien von Benutzerkonten betreffen. So können dort das maximale Kennwortalter, die minimale Kennwortlänge, das minimale Kennwortalter, den Kennwortzyklus und das Verhalten bei vergeblichen Anmeldeversuchen eingestellt werden.

Im Menüpunkt <Richtlinien> <Benutzerrechte...> lassen sich die Privilegien jeder Benutzergruppe und sogar jedes individuellen Benutzers im Bezug auf die Rechte innerhalb des Rechners oder der Domäne regeln. Die einzelnen Rechte sind dabei: