Windows NT Terminal Server Edition

Kapitel 12: ICA - Publizieren von Anwendungen, Load Balancing und Client-Configuration

Letzte Änderung: 18.10.98 von B. Tritsch

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Publizieren von Applikationen

Die Funktionalität des Publizierens von Applikationen auf einem Windows Terminal Server mit installierter ICA-Unterstützung erlaubt es einem ICA-Client, Anwendungen oder Sessions zu starten, ohne den Namen des Citrix-Servers kennen zu müssen. Hierbei können Benutzer mit einem normalen Konto oder ein spezieller anonymer Benutzer auf die publizierten Anwendungen zugreifen. Dieser Modus wird von Citrix "Seamless Windows" genannt. Benutzer können dabei entweder auf einem entfernten Computer die publizierten Anwednungen in einem eigenen Fenster (Launched) oder in einen WWW-Browser eingebettet (Embedded) starten.

Die Möglichkeit mehrere Server, die Applikationen publizieren zu einer Gruppe zusammenzuschließen, wird in diesem Kontext "Farming" genannt. Die Last der Server kann durch die Option zum Load Balancing gleichmäßig verteilt werden.

Die Konfiguration einer publizierten Applikation wird über Kommandos gesteuert, die in einer speziellen ICA-Datei abgelegt werden. Die hierfür benötigten Parameter sind die folgenden:

Eine solche ICA-Datei kann von einem ICA-Client kopiert und danach für die Initialisierung der Verbindungsaufnahme zu einem publizierten Server oder einer publizierten Applikation verwendet werden.

Die Erstellung von ICA-Dateien wird von einem speziellen Werkzeug unterstützt: der Application Configuration.

 

Für die Konfiguration von Applikationen für anonyme oder explizite Benutzer stehen zugehörige Menüpunkte zur Verfügung. Diese leiten den Administrator über eine Serie von Dialogfenstern zur korrekten Einstellung. Zum Abschluß können die erstellten Informationen in einer ICA-Datei abgelegt werden.

Eine weitere interessante Option ist Einbindung von publizierten NT-Applikationen in einem WWW-Browser. Hierzu stehen Java- und ActiveX-Plugins für eine Reihe von Browsern bereit. Als Resultat dienen Applikationen als Komponenten einer HTML-Seite im Intranet.

 

Die Erweiterung der HTML-Seite ist recht einfach und basiert grundsätzlich auf dem Aufruf der ICA-Datei und der Interpretation des zugehörigen MIME-Typs über eine Browser-Erweiterung. Die folgende Zeile initiiert beispielsweise den Start von WinWord.

<a href="Word.ica">Microsoft Word 7.0</a>

Load Balancing

Anwendungen, die auf verschiedenen ICA-Servern installiert sind, können in einen Lastverbund aufgenommen werden. Sie befinden sich dann in einer sogenannten Server-Farm, die die Prozessorlast zwischen den Servern verteilt. Die Server müssen sich dabei im gleichen Subnetz befinden oder über ein ICA-Gateway miteinander gekoppelt sein.

Die Einstellung der Optionen zum Load Balancing geschieht mit einem speziellen Werkzeug, der Load Balancing Administration Anwendung.

 

Wird ein Server in der Farm ausgewählt, kann er im Bezug auf seine Unterstützung der Lastverteilung mit zwei Dialogfenstern konfiguriert werden.

 

Sicherheit und zusätzliche Kommandos

Neben den Standardwerkzeugen zur Sicherheitseinstellung von NT-Servern wird Citrix MetaFrame mit einigen Zusätzen ausgeliefert. So erlaubt das Kommando Aclset die Modifikation der Sicherheitskonfiguration aller Verzeichnisse und Dateien. Nach seinem Aufruf besitzen nur noch Administratoren und das System den vollen Zugriff. Danach erlaubt der Aufruf des Security Configuration Werkzeug die gezielte Freigabe der Verzeichnisse und Dateien, die von den Benutzern benötigt werden. Auf diese Weise werden Sichheitslücken vermieden.

Zur Überprüfung kann nun das Kommando Aclcheck verwendet werden, das alle Dateien und Verzeichnisse anzeigt, auf das Benutzer und Gruppen Zugriff haben.

Neben den genannten werden weitere Kommandos durch MetaFrame zur Verfügung gestellt. Die folgende Tabelle listet sie einzeln auf.

Kommando

Beschreibung

Aclcheck Werkzeug zur Überprüfung der Sicherheit
Aclset Setzen der Standardsicherheit über ACLs
Altaddr Spezifiziert eine alternative IP-Adresse
App Ausführungs-Shell für Applikationen
Auditlog Generiert Login- und Logout-Reports
Change Ändert die Einstellungen
Change client Ändert das Device-Mapping von Client-Geräten
Cltprint Setzt die Anzahl der Drucker-Pipes für Clients
Icaport Konfiguriert die Port-Nummer für TCP/IP
Ndspsvr Konfiguriert einen präferierten Server für NDS-Anmeldungen
Query Anzeigen des aktuellen Status
Query acl Werkzeug zur Überprüfung der Sicherheit
Query license Zeigt die MetaFrame-Lizenzen an
Query server Zeigt den Status des MetaFrame-Servers an

 

ICA-Client-Update-Konfiguration

Zum einfachen Update von ICA-Clients steht ein spezielles Werkzeug auf dem Server zur Verfügung. Dieses ist in der Lage neuere Versionen der ICA-Software auf entfernte Client-Computer zu verteilen.

 

Die Basis dieses Werkzeugs ist eine Datenbank. Hierin liegen Informationen, welche ICA-Systemdateien auf Clients mit unterschiedlichen Betriebssystemen installiert werden müssen. Diese Datenbank kann auch durch einen Administrator modifiziert und erweitert werden. Dies betrifft insbesondere das Verhalten des Clients und seines Benutzers während eines Updates. So besteht beispielsweise die Möglichkeit einen Benutzer vor dem Update um seine Erlaubnis zu fragen oder den Client zu diesem Zeitpunkt vollkommen zu sperren. Weiterhin können natürlich neue unterstützte Client-Betriebssysteme in die Datenbank aufgenommen werden.

Möchte man Disketten für die Installation von Clients verwenden, so steht hierfür das Werkzeug ICA Client Creator bereit.

ICA-Client-Konfiguration

Als Clients lassen sich eine Reihe von Plattformen an einen WTS mit installierter ICA-Erweiterung anschließen. Die momentan verfügbaren ICA-Clients sind die folgenden:

Ein DOS-Client benötigt einen PC mit 80286-Prozessor oder größer, mindestens 2 bis 4 MBytes RAM, eine Maus, ein Diskettenlaufwerk, einen VGA-Adapter, einen Monitor und eine Netzwerkverbindung (Modem oder Netzwerkkarte). Ähnlich oder nur wenig höher sind die Anforderungen an den Client für 16-Bit-Windows. Deutlich höher – speziell im Bezug auf CPU und Hauptspeicher – ist der Ressourcenbedarf für die 32-Bit-Windows-Clients.

 

Sehr interessant ist sicherlich der ICA-Web-Client. Hierfür wird ein WWW-Browser benötigt, der konfigurierbare MIME-Typen in Form von Netscape-Plugins bzw. ActiveX-Controls unterstützt oder eine Java Virtual Machine besitzt. Die Mindestanforderung an den Hauptspeicher beträgt 8 MBytes.

Die ICA-Clients für UNIX sind für die folgenden Plattformen verfügbar:

Ein Macintosh-Client erfordert eine 68030/040- oder PowerPC-CPU, MacOS 7.5.3 oder höher, 4 MBytes RAM und 2 MBytes freien Festplattenplatz.

Als Beispiel soll der 32-Bit-Client etwas genauer betrachtet werden. Hier ist (ähnlich wie für den 16-Bit-Client) der Remote Application Manager für die Konfiguration der Verbindung sehr wichtig. Nach der Standardinstallation der Client-Software über einen Wizard erlaubt dieses Werkzeug die Einrichtung von Verbindungsoptionen. Danch genügt ein Doppelklick mit der Maus, um eine Verbindung aufzunehmen und eine Session zu starten.

 

Die Einstellungen für jede Verbindungsoption lassen sich über entsprechende Dialogfenster vornehmen. Die globalen Angaben werden über <Options> <Settings> eingestellt und betreffen dabei folgende Dialogfenster:

 

Die Eigenschaften einer individuellen Verbindungsoption erlauben dann die Feineinstellungen.

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