Windows NT - Tips und Tricks

Kapitel 6: Trouble Shooting

Letzte Änderung: 22.9.98 von B. Tritsch

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Hardware Compatibility List

Viele Fehler mit Windows NT treten schon während der Installationphase auf. Durch ein systematisches Vorgehen bei der Fehleranalyse können die Probleme eines Systems oftmals eingegrenzt und auch gelöst werden.

Die Anforderungen von Windows NT an die Hardware sind deutlich höher als bei den anderen Microsoft-Betriebssystemen. Daher existiert eine spezielle Liste mit den unterstützten Komponenten. Die Windows NT-HCL (Hardware Compatibility List = Hardware-Kompatibilitätsliste) ist eine Zusammenstellung von Systemen und Hardware-Komponenten, die ausführlich auf Stabilität und Kompatibilität unter Windows NT getestet wurden. Sie stellt die Richtlinie dar, anhand derer vom Microsoft Software Service entschieden wird, ob ein bestimmtes System beim Einsatz unter Windows NT unterstützt wird. Falls bei der Installation von Windows NT Probleme auftreten, sollte der erste Schritt zur Lösung darin bestehen, sämtliche Hardware-Komponenten des Computers mit dieser Liste abzugleichen.

Aktuelle Versionen der HCL sind unter folgenden Quellen verfügbar:

Es besteht die Möglichkeit einen Computer auf seine installierten Komponenten untersuchen zu lassen. Hierfür liegt das Werkzeug NTHQ (NT Hardware Qualifier) auf jeder NT-Installations-CD unter dem Verzeichnis \Support\HQTool bereit. Führt man das Skript Makedisk.bat aus, dann werden alle benötigten Dateien auf eine vorher eingelegte Diskette installiert. Mit dieser Diskette kann der Computer neu gestartet werden, was zur Ausführung des Analysewerkzeugs führt. Hierbei können die Optionen "Comprehensive" oder "Safe" für die Hardware-Erkennung ausgewählt werden. Erstere prüft alle Komponenten während die zweitere vorsichtiger zu Werke geht, um Abstürze zu vermeiden. Die Ergebnisse werden in verschiedene Kategorien eingeteilt und in der Datei Nthq.txt auf der Diskette gespeichert.

FAQs

Häufig gestellte Fragen (Frequently Asked Questions = FAQs) und deren Antworten helfen vielen NT-Administratoren bei der Lösung von auftretenden Problemen. Im folgenden sollen einige dieser FAQs aufgelistet werden.

Frage:

Vorgehen:

Frage:

Vorgehen:

Frage:

Vorgehen:

Erste Hilfe bei Festplattenproblemen

Befindet sich keine Systempartition auf der Festplatte, kann diese nicht durch Windows NT erzeugt werden – auch nicht durch das Setup-Programm! In diesem Fall sollte das Diensteprogramm Fdisk von MS-DOS für die Einrichtung der Partition verwendet werden. Fdisk kann Partitionsinformationen anzeigen und modifizieren. Die aktive Systempartition enthält immer Dateien, die zum Laden von Windows NT notwendig sind, z.B. Boot.ini und NTLDR.

Besteht ein Fehler auf dem Master Boot Record der ersten Festplatte, die für den Start von Windows NT benötigt wird, so kann dieser mit dem Programm DiskProbe des Resource Kits gesichert, zurückgespielt, analysiert und abgeändert werden. DiskProbe ermöglicht beispielsweise die Behebung von Partitions-Boot-Sektorfehlern, wobei jedoch alle erdenkliche Vorsicht erforderlich ist. Eine unsachgemäße Behandlung der Festplatte mit DiskProbe kann zur Zerstörung noch benötigter Informationen führen.

Weitere Werkzeuge zur Analyse und zur Modifikation von Datenträgern sind ebenfalls auf der CD des Resource Kits zu finden:

Fehlerhafte Plattenzugriffe und Treiber

Tritt ein Fehler erst während des Zugriffs auf die Festplatte auf, so ist die Phase zwischen dem Start des NTLDR und dem erfolgreichen Anmelden am System von Interesse. Normalerweise erscheint nach der Ausführung von NTLDR ein blauer Bildschirm mit Angaben zur Version des Systems und einer Reihe von auftauchenden Punkten, die jeder einen geladenen Treiber repräsentieren.

Erfolgt ein Absturz des Systems, während die Punkte angezeigt werden, so kann zunächst der Parameter /sos in der Datei Boot.ini verwendet werden. Dieser Parameter wird auch für die VGA-Startoption des Systems im Boot-Manager verwendet. Er zeigt statt der Punkte den jeweiligen Namen des geladenen Treibers an. Auf diese Weise können wichtige Informationen über Abfolge des Systemstarts und die Stelle des Absturzes gewonnen werden.

Führt diese Analyse nicht zum gewünschten Ziel, so kann über das NT Resource Kit auf eine spezielle Version des Programms Ntdetect.com zur Hardware-Erkennung zurückgegriffen werden. Hierzu benennt man die existierende Ntdetect.com-Datei in Ntdetect.bak um. Danach kopiert man die Datei Ntdetect.chk aus dem Verzeichnis Support\Debug\i386 in das NT-Systemverzeichnis und benennt sie um in Ntdetect.com. Hierbei gilt es zu beachten, daß Ntdetect die Attribute "Versteckt", "System" und "Schreibgeschützt" besitzen muß. Beim nächsten Systemstart werden nun die Ergebnisse angezeigt, die beim Ermitteln der Hardware erzielt wurden. Zudem wird das System an zentralen Stellen angehalten, um dem Administrator Zeit zur Analyse zu geben. Durch Drücken der Leertaste wird dann die nächste Sequenz von Meldungen angezeigt.

Falls bei der letzten Systemkonfiguration eine falsche Einstellung gemacht wurde, kann beim nächsten Start die Option "Letzte als funktionierend bekannte Konfiguration" gewählt werden. Auch diese wird kurz beim blauen Startbildschirm angezeigt und kann durch Drücken der Leertaste aktiviert werden. In diesem Fall wird eine Sicherheitskopie der Registry geladen, die ohne Fehler ist, d.h. die bei einem Systemstart ohne Fehlereintrag in der Ereignisanzeige geblieben war. Die fehlerhafte Registry wird dabei überschrieben.