Windows NT - Einführung für Benutzer

Kapitel 7: Die Registry

Letzte Änderung: 22.12.1999 von Oliver Gebhardt

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Dieses Kapitel ist für Anwender gedacht, die schon etwas mehr Erfahrung mit Windows NT haben und soll einen Ausblick auf die vielfältigen Möglichkeiten geben, das Verhalten des Betriebssystems zu beinflussen. Ungeübte PC Benutzer sollten sehr Vorsichtig sein, kleinste Änderungen an der Registrierungsdatenbank können erhebliche Auswirkungen haben, bis hinn zum Verlust von Systemdaten...

Die Registry

Die NT-Registry ersetzt die noch unter Windows for Workgroups (WfW) und unter Windows 3.1 gebräuchlichen .ini-Dateien mit ihrer fast unüberschaubaren Vielzahl an einstellbaren Parametern durch ein Datenbanksystem. Dies resultierte aus der Tatsache, daß die ini-Dateien eine Reihe von Nachteilen hatten. So bestanden für sie Limits in der Größe, es gab kein Standardlayout, der Zugriff war vergleichsweise langsam und es gab keinen Netzwerkzugriff. Jedoch gab es schon unter Windows 3.1 (nicht NT!) eine Registry, die zur Verwaltung von Dynamic Data Exchange (DDE), Object Linking and Embedding (OLE) und Datei-Manager-Erweiterungen diente. Für Windows NT wurde diese Registry wesentlich ausgebaut und ist jetzt das Herz des Betriebssystems.

Die Registry sorgt für die Verwaltung von Benutzer-, System- und Anwendungseinstellungen. Die Registry-Unterbäume (Hives) haben feste Namen und Bedeutungen. Hierbei ist jeder Hive als Unterbaum der gesamten Registry aufgebaut, in dem sich verschiedenen Schlüssel befinden. Die Schlüssel sind die einzelnen Einträge, denen wiederum Werte zugewiesen werden können.

Zur besseren Übersichtlichkeit wird einzelnen zentralen Registry-Bereichen spezielle Namen und auch Kurzformen zugeordnet, die für die weitere Dokumentation von Registry-Einträgen Verwendung finden sollen.

Mit Hilfe der Registry-Editoren (Regedt32.exe oder Regedit.exe) können auf einer sehr systemnahen Ebene Änderungen an der Registry-Datenbank vorgenommen werden. Die Datenbank kann jedoch auch damit gesichert und wieder ganz oder teilweise rekonstruiert werden. Vorsicht: Eine winzige Änderung in der Registry kann fatale Folgen haben!

Die Registry besteht aus einer Hierarchie, die wie eine Verzeichnisstruktur gegliedert ist. In einzelnen Verzeichnissen können Daten (sogenannte "Werte") oder Schlüssel ("Keys") abgelegt sein, die wiederum auf weitere Schlüssel verweisen. Für jeden Schlüssel wird zusätzlich ein Standardwert (ohne Bezeichnung) angelegt.

Regedit.gif (17030 Byte)
 
 
 
 
 
 

Standardmäßig sind alle mit Strukturen assoziierten Dateien im Verzeichnis %SystemRoot%\System32\Config untergebracht. Die Einstellung für alle Benutzer befindet sich in einem Verzeichnis namens All Users, die für die jeweiligen benutzerspezifischen Daten in einem entsprechend benannten Unterverzeichnis von %SystemRoot%\Profiles. Die Daten des Default Users dienen als Vorlage zum Erzeugen eines Profils für einen Benutzer, der sich zum ersten mal anmeldet.
 
Registrierungsstruktur Dateiname
HKEY_LOCAL_MACHINES\SAM Sam, Sam.log, Sam.sav
HKEY_LOCAL_MACHINES\Security Security, Security.log, Security.sav
HKEY_LOCAL_MACHINES\Software Software, Software.log, Software.sav
HKEY_LOCAL_MACHINES\System System, System.alt, System.log, System.log
HKEY_CURRENT_CONFIG System, System.alt, System.log, System.log
HKEY_USERS\.DEFAULT Default, Default.log, Default.sav
(nicht mit einer Struktur assoziiert) Userdiff, Userdiff.log
HKEY_CURRENT_USER Ntuser.dat, Ntuser.dat.log (in den benutzerspezifischen Unterverzeichnissen)

 

Die Mehrzahl der 32-Bit-Applikationen hinterlassen während ihrer Installation eine Reihe von Einträgen in der Registry (z.B. ca. 70.000 Einträge bei der Installation von MS-Office 97 Professional). Diese finden sich entweder im Hive HKLM für systemglobale Informationen oder im Hive HKCU für benutzerspezifische Informationen. Aus diesem Grund ist die Kontrolle der Registry eine wesentliche Voraussetzung für die Verwaltung von Benutzereinstellungen und Anwendungen.

Haben die Hives HKLM (= All Users) und HKCU (= benutzerspezifische Daten) gleiche Schlüssel, enthalten jedoch abweichende Werte, dann haben die Werte aus HKCU Vorrang. Bei der Installation einer Applikation für alle Benutzer eines NT-Systems ist darauf zu achten, daß die applikationsspezifischen Einträge in die Registry für alle Benutzer (HKLM) eingetragen werden, und nicht für den installierenden Benutzer alleine (HKCU). Dies wird aber dadurch erschwert, daß in der Regel keine Anwenderkontrolle über das Ziel von Registry-Einträgen durch vom Hersteller mitgelieferte Installationsskripts besteht.

Das Speichern und Wiederherstellen von Registry-Einträgen läßt sich mit der GUI-Version von Regedit.exe durchführen. Es gibt hierfür jedoch auch Kommandozeilen-Optionen:

Das Sichern und Restaurieren von Registry-Strukturen kann mit den Programmen Regback.exe, Regrest.exe und Regini.exe aus dem Ressource Kit geschehen.

Als Beispiel für Änderungen in der Regestry, soll die Einstellung des NumLock-Satus nach dem Anmelden eines Benutzers dienen:

So sieht die Voreinstellung aus:

Will man nun die NumLock-Einstellung nach jedem Anmelden dieses Benutzers Ausschalten, so wird der Wert des Schlüssels InitialKayboardIndicators auf 0 gesetzt:

Soll nun aber NumLock nach dem Anmelden an sein, dan ist dieser Wert auf 2 zu setzen!!!

Für den Administrator merkt sich NT die letzte Einstellung vor dem Abmelden und stellt diesen Status beim erneuten Anmelden weider her, für alle anderen Benutzer muß dieser Wert von Hand gesetzt werden, sonst bleibt NumLock auf aus.

Im folgenden werden einige weiere Registry-Highlights aufgeführt:
 
Position Name(n) Bedeutung
HKEY_CURRENT_USER\ Software\ Microsoft\ Command\ Processor CompletionChar Ein Wert abweichend von Null gibt der NT-Kommandozeile die Fähigkeit, auf Tastendruck Eingaben zu vervollständigen - der Wert gibt den ASCII-Code der jeweiligen Taste an (z.B. 9 für die Tabulatortaste).
HKEY_LOCAL_MACHINE\ System\ CurrentControlSet\ Control\ Print\ Providers NetPopup Bei REG_DWORD = 0 wird verhindert, daß bei Druckoperationen eine Popup-Dialogbox auf dem Domain Controller ausgegeben wird.
HKEY_LOCAL_MACHINE\ System\ CurrentControlSet\ Control\ FileSystem Win31FileSystem Trägt man hier eine 1 ein, arbeitet NT auf FAT-Partitionen nicht mit langen Dateinamen (Standard =0)
HKEY_LOCAL_MACHINE\ System\ CurrentControlSet\ Control\ FileSystem NtfsDisable8dot3 
NameCreation
Trägt man hier eine 1 ein, verzichtet NT darauf, für lange NTFS-Dateinamen eine Kurzform zu generieren. Alte Programme (DOS und Windows) sehen solche Dateien nicht!
HKEY_LOCAL_MACHINE\ System\ CurrentControlSet\ Services\ CDRom AutoRun Bei 0 wird verhindert, daß beim Einlegen von CDs die AutoRun-Funktionalität ausgeführt wird.
HKEY_CLASSES_ROOT\  lnkfile 
piffile
Das jeweilige Löschen des Eintrags IsShortcut unterdrückt den "Verknüpfungspfeil" in Icons, die eine Verknüpfung repräsentieren.
HKEY_LOCAL_MACHINE \system \currentcontrolset \services \rdr \parameters EnablePlainTextPassword (DWORD) Nach Eintrag des Werts 1 funktioniert unter NT 4.0 Service Pack 3 die Verbindungsaufnahme zu einem SAMBA-Server wieder
Wer noch tiefer in die Konfiguration und Administration einsteigen möchte, hat im Ramen der AWF-Seminare, die Möglichkeit dies z.B. im Seminar NT - Systemadministration von Georg Lucas und Dr. Bernhard Tritsch zu tun.
 

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