Windows NT - Einführung für Benutzer

Kapitel 4: Benutzerspezifische Einstellungen

Überblick

Letzte Änderung: 22.12.1999 von Oliver Gebhardt

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Jeder Benutzer, der regelmäßig auf das Netzwerk zugreift, braucht ein Benutzerkonto. Dieses Benutzerkonto beinhaltet Informationen über den Benutzer, wie Name und Password, sowie die Zugriffsrechte, die seinen Zugriff auf das Netzwerk regeln. Benutzer, die eine ähnliche Funktion haben oder die selben Ressourcen benötigen, können zu Gruppen zusammen gefaßt werden. Diese Aufteilung in Gruppen macht die Rechtevergabe und Verwaltung einfacher, da sie nicht mehr an den einzelnen Benutzer gebunden ist, sondern jeweils für einen ganze Gruppe von Benutzern durchgeführt werden kann.

Benutzerkonten lassen sich in globale und lokale Benutzerkonten unterteilen.
Globale Benutzerkonten werden in einer NT Domäne verwaltet, lokale auf dem PC vor Ort.
 

Was ist eine Domäne?

Um eine größere Anzahl von Windows NT Rechnern in einem Client/Server-Netzwerk zu verbinden, wurde von Microsoft das Modell der NT-Domänen (= NT Domain) entwickelt. Eine Domäne faßt mehrere Server, physikalische Netzwerkabschnitte, Ressourcen (d.h. Drucker, Festplatten usw.) und Benutzerkonten zu einer zentral administrierbaren Einheit zusammen. Hierbei gibt es unter Windows NT 4.0 einen Primary Domain Controller (PDC) und optional beliebig viele Backup Domain Controllers (BDC) bzw. Secondary Domain Controllers (SDC). Unter Windows NT 5.0 (Windows 200) sind alle Domain Controllers (DC) gleichberechtigt.

Ein PDC unter Windows NT 4.0 besitzt als einzige Instanz die zentrale Domänedatenbank SAM (Security Account Manager) und muß immer in Betrieb sein, um Änderungen an der Datenbank anzunehmen. Die BDCs enthalten lediglich eine Kopie der Datenbank und dienen der Unterstützung des PDCs für Login-Autentifikationen.
 

Inhalt eines Benutzerkontos

Benutzer und Benutzergruppen werden vom Administrator mit dem Benutzermanager definiert. Mit dem NT-Explorer können den Benutzern oder den Benutzergruppen Zugriffsrechte auf Dateien oder Verzeichnisse zugewiesen werden. Mit dem Druckmanager können den Gruppen oder den Benutzern Drucker zugewiesen werden.

Ein Benutzerkonto setzt sich aus folgenden Informationen zusammen:
 
Kontoeintrag Beschreibung
Benutzername Ein systemweit eindeutiger Name mit dem sich der Benutzer anmeldet. 
Kennwort Das nur dem Benutzer bekannte Password. 
Anmeldezeiten Die Zeiten, während derer sich der Benutzer anmelden darf. 
Anmeldearbeitsstationen Liste der Rechner von denen sich der Benutzer einloggen darf. 
Maximales Kennwortalter Gibt den Zeitpunkt an, zu dem die Anmeldeberechtigung abläuft. Dadurch läßt sich erreichen, daß bestimmte Anmeldungen zeitlich begrenzt sind (z.B. für Gäste oder Studenten). 
Basisverzeichnis Das Basisverzeichnis ist als privates Verzeichnis des Benutzers gedacht, und dient dazu seine persönlichen Daten zu speichern. Dieses Verzeichnis kann auch auf einem entfernten Rechner im Netz liegen (File Server).
Benutzerprofil Das Benutzerprofil beschreibt die für den jeweiligen Benutzer gespeicherte Arbeitsumgebung, die zu einem großen Teil auch von einem Administrator vorgegeben werden können (Pfad: \WINNT \Profiles). Im Detail beinhalten Profile das Aussehen von Programm-Manager, Datei-Manager, Befehlszeile, Druck-Manager, Systemsteuerungsoptionen, Zubehör, Windows NT-Anwendungen von Drittherstellern sowie des Hilfe-Systems.
Anmeldeskript Eine Skriptdatei die während jeder Anmeldung des Benutzers ausgeführt wird.
Batch- oder Command-Skripts, die zur Login-Zeit eines Benutzers ausgeführt werden. Sie erlauben z.B. das Anbinden eines allgemein verfügbaren Netzwerklaufwerks. Das Erstellen von leistungsfähigen Login-Skripts gehört zu einer der anspruchsvollsten Aufgaben für Administratoren (Pfad: \WINNT \System32\ Repl \Import \Scripts). 

Darüber hinaus gibt es noch Benutzereigenschaften, die entweder wahr oder falsch sind:
 
Kontoeintrag Default Bemerkung
Benutzer muß Kennwort bei der nächsten Anmeldung ändern  ja Der Benutzer muß beim ersten Anmelden sein Password ändern. Dies ist sinnvoll wenn das erste Password vom Administrator vergeben wurde. 
Benutzer kann Kennwort nicht ändern nein Dies ist sinnvoll, wenn ein Benutzerkonto von verschieden Benutzern genutzt wird (z.B. Praktikum). 
Kennwort läuft nie ab nein  Sollte man System- oder Gastkonten verwenden. 
Konto deaktiviert nein Wenn ein Konto deaktiviert ist kann man sich nicht unter diesem Konto anmelden. Es verbleibt aber in der Kontodatenbank. Konten, die als Template dienen, sollten deaktiviert sein. 

Jedes Benutzerkonto wird systemweit durch einen Security Identifier (SID) identifiziert. Diese SID wird durch einen Algorithmus generiert, der die Hardware-Adresse der Netzwerkkarte und die aktuelle Systemzeit als Basis beinhaltet.
Diese SID ist somit weltweit eindeutig und bleibt auch erhalten, wenn ein Benutzerkonto gelöscht wird. Wird also ein Benutzerkonto eröffnet, dann gelöscht und unter gleichem Namen erneut erzeugt, so hat dieses neue Benutzerkonto nicht die Rechte des alten, da es eine unterschiedliche SID besitzt.

Sinn und Aufbau von Gruppen

In den meisten Domänen ist ein Benutzer Mitglied einer oder mehrerer der unter Windows NT vordefinierten Gruppen. Dadurch hat der jeweilige Benutzer die Möglichkeiten, die ihm seine Gruppen bieten.

Die vordefinierten Gruppen unterscheiden sich je nach dem, ob es sich bei dem Rechner um einen Domain Controller oder um einen Workstation/Server Rechner handelt:

Benutzer können aus folgenden Gründen Mitglied einer Gruppe sein:

Der Geltungsbereich für Gruppen stellt sich folgendermaßen dar:

group.gif (20740 Byte)

Vordefinierte Benutzer und Gruppen

Folgende globale Gruppen sind für die Domain Controller definiert: Folgende lokale Gruppen sind definiert: Für Windows NT-Workstation und Windows NT-Server ist noch die folgende lokale Gruppe definiert: Neben diesen offensichtlichen Gruppen existieren unter Windows NT noch eine Reihe von logischen Benutzergruppen. Sie alle haben wichtige Aufgaben innerhalb einer NT-Umgebung. Zum nächsten Kapitel