Letzte Änderung: 17.3.97 von B. Tritsch
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Die zentrale Komponente des Visual C++ Entwicklungspakets ist das Developer Studio. Es ist eine Integrierte Entwicklungsumgebung, mit der man editieren, kompilieren und "debuggen" kann, ohne verschiedene Werkzeuge einzeln zu starten. Die in das Developer Studio integrierten Komponenten umfassen:
Das Developer Studio erlaubt es Projekte mit ihren internen Abhängigkeiten zu definieren, statt dies für einzelne Dateien tun zu müssen. Verbunden mit dem Developer Studio ist das AppStudio, um Ressourcen für Anwendungen auf bequeme Weise erstellen, testen und verwalten zu können.

Abbildung 1: Das Developer Studio der Microsoft Visual C++-Entwicklungsumgebung
Anwendungen lassen sich innerhalb des Developer Studios am einfachsten mit dem AppWizard erstellen. Im folgenden soll exemplarisch die Erstellung eines Projekts aufgezeigt werden.
Nach dem Laden von Visual C++ wird ein neues Projekt durch anklicken der Menüpunkte <File>, <New> erzeugt.

Abbildung 2: Auswahldialog für den Dateityp
Das obenstehende Dialogfeld bietet eine Reihe von Auswahlmöglichkeiten, die folgende Bedeutungen haben:
| Dateityp | Beschreibung |
| Text File | Erzeugt ein ASCII-Quelldatei (C, CPP, H, RC, etc.) |
| Project Workspace | Ruft das Dialogfeld New Project auf, in dem verschiedene Angaben ausgewählt werden, bevor eine entsprechende Projektdatei erzeugt wird |
| Resource Script | Erzeugt eine neue Ressourcen-Skriptdatei |
| Resource Template | Erzeugt eine Ressourcen-Vorlage |
| Binary File | Erzeugt eine leere Binärdatei, um neue Ressourcen zu erstellen oder existierende Ressourcen im Binärmodus zu bearbeiten |
| Bitmap File | Ruft den AppStudio-Editor für Bitmap-Ressourcen auf |
| Icon File | Ruft den AppStudio-Editor für Icon-Ressourcen auf |
| Cursor File | Ruft den AppStudio-Editor für Cursor-Ressourcen auf |
Um ein neues Anwendungsprojekt zu erzeugen, muß die Option Project Workspace gewählt werden. Diese führt zum Dialog New Project.

Abbildung 3: Der Dialog New Project Workspace
Im obenstehenden Dialog können Laufwerk, Verzeichnis und Projektname (maximal 8 Zeichen) bestimmt werden sowie den Projekttyp und die Plattform, auf der die Anwendung ausgeführt wird. Der wichtigste Punkt hierbei ist die Auswahl des Projekttyps.
| Projekttyp | Beschreibung |
| MFC AppWizard (exe) | Standard: Eine ausführbare Anwendung mit MFC |
| MFC AppWizard (dll) | Eine Dynamic Link Library mit MFC |
| OLE ControlWizard | Erzeugt ein OLE-Steuerelement |
| Application | Eine nicht auf MFC basierende Anwendung |
| Dynamic Link Library | Eine nicht auf MFC basierende Dynamic Link Library |
| Console Application | Eine Konsolen-Anwendung |
| Static Library | Eine statische Funktionsbibliothek |
| Makefile | Erzeugt eine normale MAKE-Datei |
| Custom AppWizard | Erzeugt schrittweise eine AppWizard-Anwendung |
| ISAPI Extension Wizard | Erzeugt eine Internet-Projekt, basierend auf der ISAPI-Schnittstelle des Internet Information Servers |
Das Betätigen des Create-Schalters führt bei Auswahl einer MFC-Anwendung oder einer MFC-DLL zu sechs weiteren Dialogen, die weitere Bedingungen und Optionen des Projekts festlegen. Den Dialogfenstern ist gemeinsam, daß man mit Schaltflächen "<Back" und "Next>" vor- und zurücknavigieren kann, als auch durch Betätigen der "Finish"-Taste die folgenden Dialoge überspringt und ein vollständiges Projekt erstellt.
Der erste Dialog dient der Angabe der zugrundeliegenden Anwendungsarchitektur, wobei zwischen einem Single Document Interface (SDI), Multiple Document Interface (MDI) und einer Dialog-basierten Anwendung ausgewählt werden kann.

Abbildung 4: Der Architektur-Dialog
Mit dem zweiten Dialog kann man auswählen, auf welche Weise die Anwendung die Verwendung von Datenbanken unterstützen soll.

Abbildung 5: Der Datenbank-Dialog
Der dritte Dialog ermöglicht die Unterstützung von OLE-Mechanismen. Hierbei gibt es eine Reihe von Optionen, die von keiner OLE-Unterstützung über einen Container, einem Mini-Server, einem Full-Server bis hin zu der Realisierung sowohl eines Containers als auch eines Servers reichen.

Abbildung 6: Der OLE-Dialog
Der vierte Dialog erlaubt die Auswahl von verschiedenen Elementen einer Windows-Anwendung, wie z.B. Werkzeugleiste, Statuszeile, Druckoptionen, kontextbezogener Hilfe und dreidimensionaler Steuerelemente. Weiterhin wird hier die Verwendung von dem Messaging API sowie der Socket-Schnittstelle ermöglicht. Mit der Option "Advanced..." läßt sich die Erscheinungsform des Hauptfenster bestimmen sowie die Dateinamen und Extensions spezifizieren, die von der Anwendung erkannt werden.

Abbildung 6: Auswahl der Anwendungselemente
Der fünfte Dialog dient der Auswahl von Optionen zur Erstellung des Quellcodes und der Einbindung der MFC-Klassen als statische oder dynamische Bibliothek.

Abbildung 7: Dialog mit Quelltext-Optionen
Der sechste und letzte Dialog eröffnet die Möglichkeit die Namen der neuen und der Basisklassen der Anwendung zu ändern.

Abbildung 8: Dialog mit Optionen zu den Klassennamen
Der abschließende Dialog zeigt eine Zusammenfassung der gewählten Optionen, die noch einmal überarbeitet werden können. Mit "Cancel" kommt man zu Dialog 6 zurück und von dort mit der "<Back"-Taste zu jedem vorhergehenden Dialog.

Abbildung 9: Dialog mit der Zusammenfassung der vorangegangenen Einstellungen
Mit dem so erstellten Projektrahmen lassen sich nun eigenen Funktionalitäten, Klassen, etc. in die Applikation integrieren. Die wichtigsten Entwicklungskomponenten lassen sich im Developer Studio unter den Menüpunkten "View" (Class Wizard) und "Build" (Compiler, Debugger) finden.