Programmieren unter MS-Windows

Kapitel 3: Vereinheitlichung von GUIs

Letzte Änderung: 2.11.97 von B. Tritsch

Überblick

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Der SAA-Standard

Die ergonomischen Anforderungen an Mensch-Maschine-Schnittstellen werden heute durch mehrere Standards gestellt, die sich jedoch immer stärker aufeinander zubewegen.

Als beispielhaft soll hier der SAA/CUA-Standard betrachtet werden (SAA = System-Anwendungs-Architektur, System Application Architecture; CUA = Common User Application). Er war wesentliche Basis für die Definition des Microsoft Style Guides.

Das Konzept der SAA dient der Realisierung verschiedener Standardisierungs-Aspekte bezüglich Benutzungsoberflächen, Programmierschnittstellen und Kommunikationsprotokolle. Ausgangs-punkt war die Vereinheitlichung von Werkzeugen für die Programmentwicklung auf verschiedenen IBM Hardwareplattformen (PC, /3X, /370).

Ziele der SAA-Initiative:

Durch eine vereinheitlichte Kommunikation wird der Datenaustausch (Texte, Bilder, Grafiken) zwischen verschiedenen Applikationen auf heterogener Hardware ohne großen Aufwand möglich. Der wichtigste Teil des SAA-Standards besteht jedoch in der Schaffung einer einheitlichen Benutzerführung.

Vorteile einer einheitlichen Benutzerführung in Multitasking-Betriebssystemen:

Diese Übertragbarkeit auch auf verschieden Rechnerarchitekturen kann nur durch zugrundliegende Konzepte gewährleistet werden, die die physikalische, syntaktische und semantische Konsistenz der Bedieneroberfläche garantieren.

Der Aufbau des Menü-Managers

Als zentrales Steuerinstrument (neben Dialogfeldern) für Programme kann der Menümanager als Schnittstelle zwischen Programm und Benutzer angesehen werden. Allen Menümanagern, die sich exakt an den SAA-Standard halten, sind folgende grundlegende Bildschirmelemente gemeinsam:

Das Verfahren, mit dem der Benutzer seine Wahl in der Menüzeile und dem Menüfenster vornimmt, ist ebenfalls durch den SAA-Standard festgelegt. Hierbei wird zwischen Maus- und Tastatureingabe unterschieden, die jedoch wahlweise und abwechselnd eingesetzt werden können.

Inzwischen wird eine Button-Leiste unter dem eigentlichen Menü als neuster Stand der Technik angesehen. Diese "Smart Icons" dienen der schnellen Programmsteuerung.

Der Desktop

Betrachtet man einen Schreibtisch, dessen Besitzer sich nicht über Mangel an Arbeit zu beklagen braucht, so kann man meist folgende Beobachtung machen:

Zwischen den Papieren befindet sich zusätzlich noch:

Der Besitzer des Tisches weiß jedoch meist, an welcher Stelle sich ein wichtiges Dokument befindet und wird es bei Bedarf an die Oberfläche bringen um es zu bearbeiten. Er wird für eine optimalen Arbeitsablauf andere Papiere und/oder Hilfsmittel günstig anordnen, um daraus für ihn wichtige Informationen zu entnehmen, darauf Notizen und Anmerkungen zu machen oder eine kurze Rechenoperation auszuführen.

Solch einen "Desktop" auf den Bildschirm eines Computers zu übertragen war die Intention der ersten Entwickler von Windows-Systemen. Hierbei ist ein "Desktop" nur eine von vielen Möglichkeiten, momentan jedoch die gebräuchlichste. Ein modernes Desktop-System hat dabei folgende Eigenschaften:

Nur auf diese Weise läßt sich ein Multitasking System vernünftig realisieren (zumindest im Moment).

Fazit: Das Desktop-Konzept ist der gebräuchlichste Paradigmus für graphische Benutzerschnittstellen

Für Programmierer: Der Lebenszyklus eines Fensters läßt sich grob in drei Phasen zerlegen:

Fenster können verschieden lange Lebenszyklen haben:

Dialogfelder sind Bildschirmfenster, die ein Programm verwendet, um vom Benutzer Daten einzuholen oder ihm Informationen über Ergebnisse bzw. Zustände auszugeben. Diese Art der Kommunikation wird durch den SAA-Standard genau geregelt.

Die möglichen Komponenten eines Dialogfeldes sind:

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